"
Und kost Benzin auch 3 Mark 10, Scheiß Egal - es wird schon gehn..."
Erinnern Sie sich noch?
Da gab es mal einen Hellseher der genau das vorhergesehn hat.
3 Mark 10 - für alle die es bereits vergessen haben, die
D-Mark war mal eine starke Währung,
aber - warum auch immer - wir haben die gute D-Mark gegen den
Euro getauscht.
Damals wurde 1 zu 1,9xx getauscht, was wiederum bedeutet: 3 Mark 10 waren nur noch 1 € 58.
Hört sich gut an?
Damals, als Markus seinen Hit "Ich gebe Gas, ich will Spass" textete, da glaubte er vermutlich daran, das seine Androhung von 3 Mark 10 als böße Satire sofort erkannt wird.
Heute kann da niemand mehr darüber lachen.
In D-Mark wären das unglaubliche 2,96 DM gewesen.
Ob Markus da auch noch 3,10 als Provokation gewählt hätte?
Aber der hohe Benzinpreis, der hatte ja seinen Grund:
Wir haben es alle erfahren, die Ölvorräte sind endlich und darum ist die Suppe so teuer.
Der Liter Sprit an der Tankstelle besteht in seiner Grundsubstanz aus Rohöl und die wird an den Börsen in großen Mengen gehandelt.
Jedem ist klar: Einkaufspreise und Verkaufspreise, die stehen in einem klaren Zusammenhang. Niemand wird die Suppe billiger verkaufen, als die Zutaten zusammen kosten.
Als also das Öl noch knapp war, vor der großen Flaute - die eigentlich ja nur ein US-Problem war - da war das Verhältnis:
Mit einem einfachen Dreisatz nähern wir uns mal den Grundkosten pro Liter Schipirit:
159l / 144 US-$ = 1,104 $ je Liter Rohöl.
Zum damaligen Zeitpunkt lag der Dollar bei etwa 1,50, was konkret bedeutet:
Der Liter Rohöl kostete ca 75 €-Cent!
Die Differenz, 1,518 Verkaufspreis und ,75cent Beschaffungspreis für das Rohmaterial
ergibt somit ~0,76 cent pro Liter.
Bestimmt realistisch. Man denke nur an die vielen Tankstellen, die nur noch durch den Verkauf von Brötchen und Zeitungen am Sonntag überlebensfähig sind.
Wie sieht es heute aus?
Der Barrel kostet heute:
Ja - man bekommt dafür immernoch 159l Rohöl - und obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft, die Ölvorräte also vermutlich nicht größer wurden, sondern - s
eitdem letzten Jahr sind ca 85 Millionen Barrel tägl. - in 10 Monaten also um die 25.500 Millionen Barrel ( ja, das sind 4.054.500.000.000 l gewesen) gefördert worden.
Also, obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft und wir es geschafft haben die unglaubliche Zahl von 4.054.500.000.000l aus der Erde zu fördern - wurde der Rohölpreis fast gedrittelt.
Ist das nicht unglaublich?
Lassen wir alle Verschwörungstheorien und Kartellrechtlichen Bedenken mal aussen vor und denken wir lieber an die Arbeitsplätze bei Mineral-Öl Unternehmen und den Tankstellen und rechnen mal durch, was wir - in der Zeit der größten Wirtschaftskrise seit den 1930ern - heute für den Sprit bezahlen.
159l zu 56 US-$ = 35 US-Cent je Liter Rohöl.
Ja, mir kommen auch die Tränen, wenn ich an die Scheichs denke, die vermutlich nicht mehr in der Lage sind, den 12.ten Rolls-Royce voll zu tanken.
Nun bedenken wir noch, was der Dollar heute kostet (war ja mal eine tolle Leitwährung, heute isses einen Leidwährung - mist das mit den Häusern...)
Der Liter Rohöl zu 35 cent kostet somit aktuell in Euro: 0,26 cent.
1 Liter Rohöl = 26 Euro Cent.
Wow - heute in der Krise, in Zeiten gesunkener Nachfrage und geschwundener Kaufkraft,
beträgt die Differenz zwischen Verkaufspreis und Beschaffungskosten je Liter: 1,049€
Heute, in der Krise 1,049 €
Damals, vor der Krise, als Öl "knapp" wurde: 0,76 €
Sagt mal?
WER verarscht hier eigentlich WEN?