Donnerstag, 21. Mai 2009

"Am Tag als der Euro kam..."

Im aktuellen "Stern" (für die unter uns, die es nicht wissen: Ein wöchentlich erscheinendes Magazin aus dem Hause Gruner + Jahr) wird von Seite 27 bis 37 in bunten Bildern ein Loblied auf die Milliardenschulden gesungen, die uns als Konjunkturpaket II verkauft werden.

Aber mit keinem Wort wird erwähnt, das dieser Euro später zurück gezahlt werden muss - 
und zwar verzinst - denn das Konjunktur-Paket besteht aus geliehenem Geld.

Der heute noch glückliche Empfänger wird später, direkt oder indirekt - zwischen 1,0 und 3,5 % mehr zurück zahlen als er heute erhalten hat.

Wow, das nenne ich mal eine tolle Nachricht!

Weiter so!

Was sind Bilderberger-Treffen und warum sollte man sie verbieten?

Es ist sehr interessant wenn man darüber nachdenkt, wie dieses "wirklich" große Spiel 
in Wahrheit funktioniert. 
Bisland dachte ich immer, unsere Welt, die Regierungen und die agierenden großen Konzerne wären so lose miteinander verbunden, daß aktuelle freie Marktpolitische und Marktwirtschaftliche Entscheidungen doch manchmal auch noch "zufällig" getroffen wird.

Wenn man jedoch über die "Bilderberger-Treffen" liest, so muss man sich  fragen,
ob nicht die "Großen und Mächtigen" der Welt ein Fall für die Kartellrechtsbehörden wären.


Doch was tun?
Wie die Lemminge weiter konsumieren, freie Nachrichten aus unabhängiger Medienhand konsumieren, ein sauberes weil gefiltertes Internet nutzen und dabei brav unter der Knechtschaft der Zins-Erfindung das Hamsterrad immer weiter in Richtung persönlichen Abgrund rollen lassen?
Alternativen? 
Ich persönliche sehe keine.


Es scheint als gäbe es gar keinen Ausweg aus diesem Hamsterrad der menschlichen Verfehlbarkeiten. Einmal gekauft, immer gekauft. 
Am Ende ist es immer eine Frage des Preises.
Die, die nicht käuflich sind, die haben keine Lobby.
Ohne Lobby - keine Meinungsbildung.
Ohne Meinungsbildung - keine gesellschaftliche Veränderung.



Mittwoch, 20. Mai 2009

Schulden - aber bitte richtig!

Und ich dachte, Theo Waigel wäre ein Versager als Finanzminister gewesen.
Und ich dachte, Hans Eichel wäre ein Versager als Finanzminister gewesen.

Aber was Peer Steinbrück uns da jetzt verkaufen will, das stellt alles in den Schatten:
47,6 Milliarden neue Schulden - noch in diesem Jahr!

Als oben drauf und noch eine Schippe mehr Schulden.
Zur Erinnerung, die Schuldenuhr steht derzeit bei:
1611 Milliarden €.

Jede Sekunde kommen knapp 2.600,-- € hinzu.

Man könnte meinen, unsere erste Garde der Bundespolitiker hat verlernt,
wie man mit Geld umgeht.
Welche Bank würde eine Privatperson so verschulden lassen?
Welcher Familienvater würde seinen Kindern eine derartige Schuldenlast aufbürgen?

Schulden?
Na klar, ist ja kein Problem von Hrn. Steinbrück.
Als Minister a.D. wird er später keine Sorgen haben - 
nein die Sorgen tragen die dann Berufstätigen mit Ihren Abgabenlasten.

Vielen Dank, meine lieben Herren (und Damen) Politiker.

Sonntag, 17. Mai 2009

Dumme Ideen werden durch mehrmalige Wiederholung nicht besser ...

Während in Berlin Menschen protestieren und Ihren Unmut gegen die Krise kund tun,
nutzen Lobbyisten und Gewerkschafter die Chance um dumme Ideen zu wiederholen und
lautstark zu fordern.

Man könnte jetzt lang darüber philosophieren - welchen Anteil Gewerkschafter und andere Arbeitsverhinderer am Unheil haben, aber das gerade der Vorsitzende der ver.di, Hr. Bsirske sich für weitere 100 Milliarden Schulden (äh, Wirtschaftspaket) ausspricht, zeigt wie wenig die "großen" Räder der Gesellschaft bisher verstanden haben, an welchem Punkt wir uns befinden.

Geld ausgeben, das nicht da ist - führt zu enormen Schulden und verursacht einen Schaden für Folge-Generationen , der nicht mehr absehbar ist.
Das drucken - von zusätzlichem Geld, lässt die Inflationsgefahr  zusehends beträchtlich steigen.

Sicher, es ist verständlich - das Menschen nun auf die Straße gehen und protestieren.
Aber gegen was?
Man schaue sich die Plakate der Menschen an:
Auf einem steht geschrieben: "Zorn".
Zorn? Auf wen?
Auf sich selbst?
Auf uns?
Die, die immer nur an sich selbst denken?
Wir - jeder einzelne trägt einen Teil der Schuld für diese Krise in sich.

Das "sich auf den Boden werfen und laut mit den Ärmen auf den Boden schlagen", mag als Kind im Supermarkt funktioniert haben.
Aber so lange sich die Proteste nicht gegen die systemrelevanten Ursachen richten und sich Protestierende durch Lobbyisten und Gewerkschafter missbrauchen lassen - 
so lange ist dieser Protest ähnlich nützlich wie ein Kleinkind das sich im Spielzeugladen auf den Boden wirft.


Dienstag, 12. Mai 2009

Jahrhunderkrise, oder Jahrhundertchance?

Eine Frage der Betrachtungs- und Denkweise,
von uns allen.




Montag, 11. Mai 2009

Wohl dem - der nichts zu verlieren hat.

260 Milliarden haben deutsche Haushalte 2008 an den Börsen verloren.

Das sagte ein Volkswirt der dt. Bank zu N-TV.

Wohl dem, der nichts mehr zu verlieren hat,
übel für den - der verloren hat.
Da wir über den Durchschnitt reden, dürfte es viele Haushalte geben,
die letztes Jahr deutlich mehr als 4.000,-- € verloren haben.

Aber hey, keine Sorge - das Geld wurde nicht verloren - 
es wurde nur umverteilt.
Vielleicht wurde ja ein kleiner Teil als Bonus an erfolgreiche Bänker ausgezahlt.
Das beruhigt doch sehr.


Nun, was tun?

Sein Geld sicher anlegen?
Klar das will jeder.
Aber welchen Sinn macht es, wenn wir den Angeboten der Banken hinterher rennen und versuchen unser Geld vor der Inflation zu schützen?
Können wir unser Geld derzeit überhaupt vor einer Inflation schützen?
Wow. 
Aber ist das nicht das Problem allen Übels?

Wenn jeder Sparer mehr Geld - durch "nichts" tun haben möchte - 
wer soll dann diese Geldmenge bereit stellen?

Wer heute weint, das er letztes Jahr viel Geld bei Geldanlagen "verloren" hat - 
darf heute nichts mehr "anlegen".
Wer dieses Spiel jedoch weiter mit spielt - hat jeden Verlust "verdient".

Samstag, 9. Mai 2009

NY Times - Bericht über negative Zinsen

Selbst die Times erkennt den Fehler:

Zitat

Jetzt endlich habe ich erkannt, dass nicht das Wirtschaftswachstum den Zinseswahnsinn erzeugt, sondern dass der Zins die einzige wahre und wirkliche Ursache dafür ist, dass die Welt dem Wahnsinn des ewigen Wachstums verfallen ist.
Konrad Lorenz (*1903, †1989), österr. Verhaltensforscher, Medizin-Nobelpreis 1973

Zinsen sorgen für Armut!

Wer heute noch denkt, sein Geld würde gutes tun, wenn es auf der Bank liegt, der sollte eventuell nochmal gründlicher nachdenken.

Mittlerweile gibt es immer öfters Menschen, die ganz offen ihre Gedanken zum Thema Zinsen und Wirtschaftspolitik äussern. 
Darunter auch Jürgen Kremer, Dr. der Mathematik.

Meine Meinung:

Was besagt denn die Logik, wenn ich mich frage - woher ich die Zinsen, die mein geliehenes Geld mich kostet, bekomme?
Einfach nur nachdenken.

Die kann ich nur aufbringen in dem ich mehr erwirtschafte.
Also, Wachstum.

Man muss kein BWL-Student sein oder ein Wirtschaftsweißer um zu verstehen,
daß unter "ständigem" Wachstum irgendwas leiden muss.

Ich denke wir sind uns einig, daß die Vielzahl der Rohstoffe dieser Erde endlich sind.
Auch die Arbeitsleistung eines Menschen ist endlich.
Sowohl in Qualität also auch Quantität sind Grenzen zu beachten.

Wenn man nun davon ausgeht, das es möglich und richtig sein soll, daß man vom gemeinschaftlich akzeptierten Tauschmittel (das ist Geld) einfach nur durch "auf die Bank bringen" mehr erhält, der hat das oben genannte nicht verstanden.
Geld kann sich nicht vermehren, Zinsen sind somit ein Macht- und Werkzeugmittel derer die mehr Geld haben, gegenüber denen die kein Geld haben.

Was kann man nun ändern?
Die Banken abschaffen?

Nun, auch wenn es aktuell sicher fast schon legitim ist, den einen oder anderen Strick für Bänker zu knüpfen, so muss man sich doch eingestehen, daß es in einer Welt - so global und vernetzt wie diese eben ist, man nicht ohne Banken - respektive Organe und Instrumente auskommt, die zwischen den Märkten vermitteln.

Und doch.
Man könnte Zinsen verbieten.

Welche Auswirkungen hätte dies?

Die Menschen fragen sich: Warum soll ich Geld "verleihen"?
Die Antwort könnte lauten, weil sich Dein Steuersatz daran orientiert, wie viel Du von Deinem privaten Barvermögens - dem Geldkreislauf zur Verfügung stellst. (Auf die Bank bringst)
(In Abhängigkeit einer Relation von Einkommen und Besitztums.)

Nun könnte man fragen: Warum sollen Banken, noch Banken sein?
Gut, von mir aus können die Banken der Meinung sein, diese Spiel nicht zu spielen.
Dann werden Sie geschlossen und der Staat übernimmt diese Funktion.
Geld leihen geht noch immer, aber anstelle von Zinsen zahlt man eine Gebühr. Einmalig.
Der Staat könnte sogleich, als "Bank" aller Bürger, Abschied davon nehmen, sich bei anderen Ländern verschulden zu müssen.


Also, keine Zinsen mehr.
Schaffung einer Kreditbörse (kreditebay) - bei der private Menschen oder Gruppen - Kredite anbieten. Diese stehen im Wettbewerb um eine möglichts effiziente Gebührenstruktur zu erhalten.
Der Kreditgeber wiederum kann nachweisen, wieviel er seines Barvermögens dem Geldkreislauf zur Verfügung gestellt hat und erhält hierfür eine relative Gutschrift auf zu zahlende Steuern.
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Ein netter Film, der die Probleme erklärt:

Donnerstag, 7. Mai 2009

"Und kost' Benzin auch 3 Mark 20 ... "

"Und kost Benzin auch 3 Mark 10, Scheiß Egal - es wird schon gehn..."

Erinnern Sie sich noch?
Da gab es mal einen Hellseher der genau das vorhergesehn hat.

3 Mark 10 - für alle die es bereits vergessen haben, die D-Mark war mal eine starke Währung,
aber - warum auch immer - wir haben die gute D-Mark gegen den Euro getauscht.

Damals wurde 1 zu 1,9xx getauscht, was wiederum bedeutet: 3 Mark 10 waren nur noch 1 € 58.
Hört sich gut an?

Damals, als Markus seinen Hit "Ich gebe Gas, ich will Spass" textete, da glaubte er vermutlich daran, das seine Androhung von 3 Mark 10 als böße Satire sofort erkannt wird.

Heute kann da niemand mehr darüber lachen.

Wir erinnern uns alle noch an den Sommer letzten Jahres, die Wirtschaftskrise war noch ein US-Problem und die in Deutschland vertretenen Mineral-Öl Unternehmen hatten zufälligerweise alle ähnliche Preise in der Region von ca 1,518 €.

In D-Mark wären das unglaubliche 2,96 DM gewesen.
Ob Markus da auch noch 3,10 als Provokation gewählt hätte?

Wer hätte zu D-Mark Zeiten gedacht, das wir jemals knapp 3 Mark für einen Liter Sprit bezahlen? Okay, man kann jetzt sagen: "Seid froh, das die Autos nicht mit Wies'n-Bier laufen", dann wäre es noch teurer und inflationärer. 

Aber der hohe Benzinpreis, der hatte ja seinen Grund:
Wir haben es alle erfahren, die Ölvorräte sind endlich und darum ist die Suppe so teuer.
Der Liter Sprit an der Tankstelle besteht in seiner Grundsubstanz aus Rohöl und die wird an den Börsen in großen Mengen gehandelt.
Jedem ist klar: Einkaufspreise und Verkaufspreise, die stehen in einem klaren Zusammenhang. Niemand wird die Suppe billiger verkaufen, als die Zutaten zusammen kosten.

Als also das Öl noch knapp war, vor der großen Flaute - die eigentlich ja nur ein US-Problem war - da war das Verhältnis:
Mit einem einfachen Dreisatz nähern wir uns mal den Grundkosten pro Liter Schipirit:
159l / 144 US-$ = 1,104 $ je Liter Rohöl.
Zum damaligen Zeitpunkt lag der Dollar bei etwa 1,50, was konkret bedeutet:
Der Liter Rohöl kostete ca 75 €-Cent!

Die Differenz, 1,518 Verkaufspreis und ,75cent Beschaffungspreis für das Rohmaterial 
ergibt somit ~0,76 cent pro Liter.

Bestimmt realistisch. Man denke nur an die vielen Tankstellen, die nur noch durch den Verkauf von Brötchen und Zeitungen am Sonntag überlebensfähig sind.

Wie sieht es heute aus?
Der Barrel kostet heute:
Ja - man bekommt dafür immernoch 159l Rohöl - und obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft, die Ölvorräte also vermutlich nicht größer wurden, sondern - seitdem letzten Jahr sind ca 85 Millionen Barrel tägl. - in 10 Monaten also um die 25.500 Millionen Barrel ( ja, das sind 4.054.500.000.000 l gewesen)  gefördert worden.
Also, obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft und wir es geschafft haben die unglaubliche Zahl von 4.054.500.000.000l aus der Erde zu fördern - wurde der Rohölpreis fast gedrittelt.

Ist das nicht unglaublich?

Lassen wir alle Verschwörungstheorien und Kartellrechtlichen Bedenken mal aussen vor und denken wir lieber an die Arbeitsplätze bei Mineral-Öl Unternehmen und den Tankstellen und rechnen mal durch, was wir - in der Zeit der größten Wirtschaftskrise seit den 1930ern - heute für den Sprit bezahlen.

159l zu 56 US-$ = 35 US-Cent je Liter Rohöl.
Ja, mir kommen auch die Tränen, wenn ich an die Scheichs denke, die vermutlich nicht mehr in der Lage sind, den 12.ten Rolls-Royce voll zu tanken.

Nun bedenken wir noch, was der Dollar heute kostet (war ja mal eine tolle Leitwährung, heute isses einen Leidwährung - mist das mit den Häusern...) 
Der Liter Rohöl zu 35 cent kostet somit aktuell in Euro: 0,26 cent.

1 Liter Rohöl = 26 Euro Cent.

Wow - heute in der Krise, in Zeiten gesunkener Nachfrage und geschwundener Kaufkraft,
beträgt die Differenz zwischen Verkaufspreis und Beschaffungskosten je Liter: 1,049€

Heute, in der Krise 1,049 €
Damals, vor der Krise, als Öl "knapp" wurde: 0,76 €


Sagt mal?






WER verarscht hier eigentlich WEN?