Montag, 24. August 2009

Party im Kanzleramt.

Leider hatte ich diese Idee nicht selbst, aber ich versuche trotzdem mein Glück.

Daher habe ich heute -gerade :)- eine eMail an das Bundeskanzleramt gesendet:

zitat------

vonBjoern Habegger
Tageszeit bei VersenderGesendet um 22:14 (GMT+02:00). Aktuelle Tageszeit an diesem Ort: 22:14
aninternetpost@bpa.bund.de
Datum24. August 2009 22:14
BetreffMein 35.ster Geburtstag
Gesendet vongmail.com
Details ausblenden 22:14 (Vor 0 Minuten)
Sehr geehrte Fr. Bundeskanzlerin,

da ich heute nochmal gesehen habe, wie beliebt die Geburtstagsfeiern in
Ihren Räumen sind, möchte ich gerne frühzeitig eine Reservierung platzieren.

Im März nächsten Jahres, am 10. um genau zu sein, werde ich 35.

Ich würde dann gerne, so wie es andere Steuerzahler auch durften, meinen
Geburtstag mit meinen Freunden (gerne dürfen Sie auch ein oder mehrere Prominente, nach Ihrem Gusto, aus Industrie und Politik hinzuladen), bei Ihnen feiern.

Nein, diese Idee wäre mir persönlich natürlich nie selbst gekommen,
dachte ich doch bisher, Politik und Industrie oder Bankenwirtschaft würden moralische Regeln kennen
und achten.

Aber dank der Presse konnte nun jeder von dieser tollen Möglichkeit erfahren.

Aber bei mir müssen Sie sich keine Sorgen machen,
sicherlich wird es keine Journalisten interessieren wenn wir meinen Geburtstag bei Ihnen
feiern, schließlich bin ich gerne bereit meine Erdnüsse selbst mit zu bringen.

Es würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören und bitte um Erlaubnis -
Ihre Antwort in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.


Mit den besten Grüßen,

Bjoern Habegger

----zitat


Mal sehn, wenn das klappt, dann freue ich mich auf Eure Zusagen! :)
Aber wie gesagt, die Erdnüsse muss jeder selbst zahlen!


Samstag, 22. August 2009

Wahrnehmungsstörungen bei sog. Top-Führungskräften ..

Anders kann man es wohl sonst nicht bezeichnen, wenn der ehemalige Chef des nun insolventen
Arcandor Konzerns, sich beim Abschied als jemand darstellt, der fehlerfreie Arbeit abgeliefert hat.

Es ist nicht zu glauben.

Erst vor kurzem hat der Insolvenzverwalter der Arcandor Gruppe folgendes zitiert:


Also der Laden wird ausgesaugt, leer geräumt, geplündert und dann klopf man sich noch auf die Schultern.

Glückwunsch.

Zensursula, oder wie Politiker mit der Pressefreiheit umgehen.

Spiegel TV, man mag davon halten, was auch immer man will.
Zu links, zu liberal, zu wenig Springer, oder was immer :)

Aber ich finde es doch interessant, was da gerade kam.

Unter dem o.g. Link findet sich unsere Bundesfamilienministerien Ursula von der Leyen, auch bekannt unter dem Namen Zensursula.


Das alleine mag der Bundesdeutsche Durchschnitts-Michel noch nicht verstehen und er mag auch nicht verstehen, was es bedeutet, wenn erst der Anfang der Informationskontrolle beginnt.

Aber es sollte ein jeder verstehen, wie Medien durch die Politik in Ihrer Arbeit behandelt werden, wenn derart selektiv wie im o.g. Beispiel - die "unbequeme" Presse-Seite ausgeschlossen werden soll.

Es ist eine Schande,
das Bundesminister-/innen derart unverblümt versuchen, Ihre eigene Unfähigkeit zu Kritik und Dialog zu vertuschen.

Nun haben wir in den Wochen der Wahl schon 2 Frauen aus den so genannten Volksparteien, die in meinen Augen unwählbar sind.

Die eine verstümmelt die Meinungsfreiheit und die andere verbrennt des Steuerzahlers Taler.


So eine Bundestagswahl erinnert mich nur noch an 5 verschiedenfarbige Haufen Flitzekacke.
Das ist unsere Wahl, wähel den Haufen, der am wenigsten stinkt.

Dienstag, 11. August 2009

Ein Lehrstück darüber, wie man das ganz große Rad dreht ..

Folgender Beitrag ist heute auf Telepolis erschienen und
er verdeutlicht wieder einmal, was es bedeutet wenn das "ganz große Rad" von
wenigen Darstellern gedreht wird.

Was hier an krimineller Energie versteckt ist, würde anderorts reichen um den ganz großen Skandal aus zu lösen.

Aber, in diesen Kreisen - ist das ganze nur eins:
"Scheinbar - normal."

Filzokratie a la Paulson

Artur P. Schmidt 11.08.2009

Wie der US-Finanzminister Goldman Sachs vor dem Konkurs rettete und das Unternehmen dann mit Staatsgeldern den Programmhandel cornerte
Henry M. Paulson, der Mann, der bei Kongressanhörungen über seine Entscheidungen während der Finanzkrise permanent ins Stottern kam, scheint eine maßgeblichere Rolle im allgemeinen Bailout-Ringelreien gespielt zu haben, als diesem jetzt lieb sein könnte. Paulson war von 1999 bis 2006 Vorsitzender und CEO der US-Investmentbank Goldman Sachs, bevor er am 30. Mai 2006 von Präsident George W. Bush für das Amt des Finanzministers nominiert wurde. Paulson, dessen Vermögenswert auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt wird, gilt als Vorzeige-Republikaner, dem trotz seiner Alibi-Engagements für den Naturschutz und seiner Thematisierung der Kluft zwischen Arm und Reich vor allem das Wohle der Wallstreet und nicht dasjenige der Steuerzahler am Herzen lag. Sollten sich der Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit dem AIG-Bailout jetzt bestätigen, müsste er sich besonders warm anziehen.


Der ehemalige US-Finanzminister hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im vergangenen Herbst sehr enge Kontakte zu seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs. Wie die "New York Times" vom Sonntag berichtete, soll sich Paulson auffällig oft mit Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein getroffen haben.

Die US-Regierung hatte am 16. September 2009 nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers eingewilligt, den Versicherungsriesen AIG mit 85 Milliarden US-Dollar unter die Arme zu greifen. Hauptprofiteur dieser Staatshilfen war die Investmentbank Goldman Sachs, die sonst 13 Milliarden US-Dollar hätte abschreiben müssen und möglicherweise selbst pleite gegangen wäre.

Paulson, der ein Kontaktverbot zu Goldman Sachs, seinem ehemaligen Arbeitgeber besaß, soll angeblich bereits vor dem Gesuch um Aussetzung der ethischen Vereinbarung über ein Kontaktverbot zu Goldman 26 Mal mit Blankfein telefoniert haben. Hier liegt der Verdacht der Vetternwirtschaft nahe, bei dem Goldman eine Sonderbehandlung zukam, während andere Wettbewerber klar benachteiligt wurden.


Wie man Wettbewerber eliminiert

Scheinbar hatte Goldman stets einen Informationsvorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die enge Kooperation von Paulson mit Fed-Chef Ben Bernanke lässt auch diesen in dieser Äffäre nicht besonders glücklich aussehen. Bernanke wurde zum Handlanger von Paulson, der seine vorher als CEO bei Goldman zu verantwortenden Fehlinvestments damit kaschieren wollte, dass er seinem früheren Arbeitgeber aus der Patsche half.

Paulson hat andere Wettbewerber wie Bear Stearns, Lehman Brothers oder Merrill Lynch bewusst aus dem Markt gedrängt, dagegen jedoch das Überleben seines früheren Arbeitgebers sichergestellt. Die beiden ersten erhielten bekanntlich keinen Bailout und Merrill Lynch wurde in einer sonntäglichen Nacht- und Nebelaktion plötzlich von der Bank of America übernommen.


Erpressung der Bank of America

Wegen der Rolle der Regierung beim Notverkauf von Merrill Lynch an die Bank of America (BoA) kommt der frühere US-Finanzminister immer mehr unter Beschuss. Bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses hatten die Abgeordneten Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke vor kurzem vorgeworfen, Informationen bewusst zurückgehalten und Druck auf die BoA ausgeübt zu haben, um das Geschäft trotz Sorgen über noch größere Verluste bei Merrill Lynch schnellstmöglich abzuwickeln.

"Die Bürger Amerikas, die Anleger und der Kongress wurden im Dunkeln gelassen", sagte der demokratische Vorsitzende des Ausschusses, Edolphus Towns. Wie bei Alleinherrschern üblich wurde die Vereinbarung von Paulson in Rekordzeit durchgeboxt. Ein einmaliger Schildbürgerstreich, der einen lästigen Wettbewerber in Rekordzeit ohne Chance auf eine Sanierung durch Chapter 11 von der Bildfläche verschwinden ließ.

Dass Paulson die Bank-of-America-Chefs zusammen mit Ben Bernanke auch noch erpresste, indem er BoA-Chef Ken Lewis und dessen Führungsriege vor dem Verlust ihrer Jobs warnte, falls sie sich nicht seinen Vorstellungen anschließen würden, setzt seinem anmaßenden Verhalten noch die Krone auf. Dass Paulson als Vorsichtsmaßnahme keinen E-Mail-Verkehr hinterlassen hat, könnte auf seine kriminelle Energie in dieser Angelegenheit hinweisen, die noch ein Nachspiel haben dürfte.


Weitere Vergünstigungen

So erhielt Goldman Sachs nicht nur die 13 Milliarden an Geldern der Steuerzahler durch den AIG Bailout, sondern es wurde der Investmentbank auf dem Gipfel der Krise auch gestattet, sich in eine Geschäftsbank zu transformieren, um leichter an öffentliche Gelder, die zur Bewältigung der Krise nur Geschäftsbanken gewährt wurden, zu kommen. So erhielt Goldman damals nicht nur staatliche Kreditgarantien, sondern auch 10 Milliarden USD aus dem so genannten Troubled Asset Relief Program. Auch profitierte Goldman vom Aussetzen des Short Sellings gegen seine eigenen Aktien.

Das Ganze stinkt zum Himmel. Paulson verteilte an seinen ehemaligen Arbeitgeber Blankoschecks, damit dieser überleben konnte. Dass das ganze Geld, welches man als neue Bank erhielt, nicht in das Kreditgeschäft floss, liegt auf der Hand. Vielmehr bekam man mit der Kapitalauffrischung genügend Geld, um wieder in den Eigenhandel mit Wertpapieren im großen Stil einzusteigen und auf steigende Kurse zu wetten.


Cornern des Programmhandels

Während Goldman die bisher größte Weltwirtschaftskrise überlebte, sind die meisten seiner Wettbewerber im Finanz-Nirwana untergegangen. Damit gelang es Goldman Sachs, fast den gesamten Programmhandel an der Wallstreet zu cornern und sich in einzelnen Marktsegmenten einen Marktanteil von über 50 % zu sichern.

So machte das Unternehmen im letzten Quartal alleine mit Aktienhandel mindestens 100 Millionen USD Gewinn an 46 Handelstagen. Ein neuer Allzeitrekord, der nur möglich ist, wenn man einen Markt komplett beherrscht und Wissen über die gesamte Angebots-/Nachfragestruktur hat. Es scheint, als hätte Goldman Sachs TARP-Gelder genutzt, die die Bank eigentlich gar nicht benötigt hätte, um die Märkte zu manipulieren, und als hätte sie in den letzten 3 Monaten kräftig mit dazu beigetragen, die Aktienkurse nach oben zu pushen? Wenn sich herausstellt, dass Goldman Sachs Gelder bekommen hat, ohne dass diese dem Unternehmen zugestanden haben, dann muss Paulson sofort wegen Korruptionsverdacht angeklagt werden.

So macht man es richtig, weiter so ...

Das ist wirklich raffiniert, immer gut dem Mainstream anpassen aber
aufpassen das man selbst nicht zu kurz kommt.

Schade, das es jemanden trifft, dessen offene Worte - eigentlich - auch für mehr Bewegung hätten sorgen können, aber leider verpuffen Sie im Dilemma des Wasser predigens und Wein saufens.

Aus der "Zeit":
Ein Sanierungsexperte rechnet ab

VON ARNE STORN | © DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33
Das neue Buch des Topmanagers Utz Claassen wäre besser nicht erschienen


Gefragter Manager: Utz Claassen
© Uli Deck/ ddp
Wir Geisterfahrer heißt das neue Buch von Utz Claassen, dem anerkannten Sanierungsexperten und Vorstandschef des Energiekonzerns EnBW bis 2007. Schon zu Amtszeiten war Claassen für streitbare Aussagen gut, nun prangert er die Sünden der Banker, die Fehler der Politik und den Verfall ethischer Werte an. "Ein Versagen der Eliten", lautet seine Diagnose, habe uns in die aktuelle Krise geführt, und Claassen wäre nicht Claassen, sparte er die eigene Kaste aus.

Komment auf der obersten Ebene der Unternehmen seien das "Abnicken, Zigarrerauchen, Rotweintrinken". Es fehle "eine kritische Diskurskultur im Management". Es mangele an Aufsichtsräten, die nachfragten. Gier nehme tendenziell dort zu, "wo man vom Geld weniger abhängig ist", und "auch wenn Gier nicht eine Frage der absoluten Beträge ist, fällt es mitunter doch zugegebenermaßen schwer, bestimmte Relationen und Sachverhalte noch irgendjemandem zu erklären".

Der diese Worte formuliert, ist derselbe Utz Claassen, der kürzlich seinen alten Arbeitgeber EnBW auf die Zahlung vertraglich vereinbarter Bezüge verklagt hat. Über die Klage verhandelte das Landgericht Karlsruhe am vergangenen Donnerstag. Die Richterin nannte sie "schlüssig begründet".

Es ist derselbe Utz Claassen, dem seit seinem Ausscheiden bei EnBW ein Übergangsgeld von fast 400.000 Euro – pro Jahr – zusteht. Übergangsgeld, das muss man wissen, ist eine Zahlungsform aus jenen längst vergangenen Tagen, als Manager erst im hohen Alter in den Vorstand aufrückten und nach ihren Ausscheiden vielleicht noch zwei, drei Jahre bis zur Rente zu überbrücken hatten. Vergütungsexperten nennen Übergangsgeld ein "Relikt", das in heutigen Vorstandsverträgen nichts verloren habe. Bei Claassen dauert es noch lange bis zur Pension. Er ist gerade einmal 46 Jahre alt.

Ein Mann in den besten Jahren also, und so ist Utz Claassen auch viel beschäftigt als – wie es im Buch heißt – Unternehmensberater, Unternehmer, Aufsichtsratsmitglied, Wissenschaftler, Autor und Publizist. Zwei Professuren hält Claassen, vor allem aber ist er Berater des einst durch den Kauf von Chrysler bekannt gewordenen amerikanischen Finanzinvestors Cerberus. Just dieses Engagement diente EnBW vor einiger Zeit als Anlass, die Zahlungen an Claassen einzustellen. Doch der Manager weiß fein zu unterscheiden: Bei dem Geld, das Cerberus ihm zahle, handele es sich nicht um ein Gehalt oder um Tantiemen, die – wie es mit EnBW vereinbart sei – auf sein Ruhegehalt anzurechnen seien. Stattdessen handele es sich um "freiberufliche Beratungshonorare".

Vertrag ist Vertrag, da hat Claassen recht. Wenn EnBW ihm das Geld einst zugesagt hat, um sich seine unbestrittenen fachlichen Qualitäten zu sichern, wenn die Klauseln lauten, wie von ihm behauptet, dann soll er vor Gericht gewinnen und sein Geld bekommen. Dann muss man den Aufsichtsrat von EnBW kritisieren, der den Vertrag schloss, nicht ihn. Doch soll uns Claassen dann bitte mit seinen Phrasen verschonen. Von einem, der das System, das er anprangert, derartig geschickt zu nutzen weiß, sind sie hohl – und zynisch.