Freitag, 9. Oktober 2009

Tschüss google

Hallo wordpress....
http://www.bullshitblog.de

Montag, 28. September 2009

AUUUUS, AUUUUUS, das Spiel ist aus.

So oder ähnlich könnte man heute früh über die Politik denken, wenn man nicht schwarz/blau/gelbe Kreuzchen gemacht hat.
Bei uns im Wahllokal waren sogar die Bleistifte blau, aber geholfen hat es der CSU nicht.

Da stehen wir also nun vor einer Regierung die gerade mal von einem Drittel der Deutschen gewählt wurde.

Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es haben in etwa so viele Menschen nicht gewählt, wie die, die unsere nun neuen Regierung das Vertrauen ausgesprochen haben.

Union und FDP feiern jedoch einen Wahlsieg.
Ich frage, wo ist der Sieg?

Wenn ein Land zu 1/3 aus einer Bevölkerung besteht, die nicht mehr motiverbar ist, Ihre Stimme ab zu geben, dann läuft doch etwas falsch.
Wenn sich 100% der Wahlberechtigten von einer Regierung führen lassen muss, die gerade mal von 30% der Wähler gewählt wurde, dann läuft doch etwas falsch.

Was können wir ändern?

Sonntag, 27. September 2009

Links-Wähler?

Pragmatismus = Links wählen.


Oder die Geschichte wie man zum Links-Wähler wird.


Seit 16 Jahren darf ich zur Wahl gehen und meine Stimme abgeben. Eine tolle Möglichkeit, das eigene Wohl und das des ganzen Volkes mit zu bestimmen.


So dachte ich wirklich - lange Jahre.


Natürlich, als Nordbayer der immer in südhessischen Schulen „gebildet“ wurde, war ich lange bevor ich das erste mal wählen durfte, eher schon mit „links“ bis „links-liberalem“ Gedankengut bestückt worden. So war es keine Überraschung, daß ich bei meiner ersten Wahl die SPD wählte.

Später, als Beschäftigter in Bayern, wurde mein Weltbild konservativer. Nicht konservativ genug um die CSU zu wählen, aber doch konservativ genug um mein politisches Weltbild zu verändern. Die Union war nicht mehr die Partei non-grata, teilweise war es in meinen Augen richtig was dort gemacht wurde. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß und bitte, haltet alle Veränderungen von uns fern, so dachte ich.


Als ich selbständig wurde, war ich kurz davor die CSU zu wählen. Zum Glück konnte ich mich eher mit dem Programm der FDP identifizieren und auch ein unbequemer Mensch wie Möllemann sorgte für mein Interesse. So wählte ich beim zweiten Mal die FDP.


Kanzler Schröder war ein Mensch, dem ich verzieh bei der SPD zu sein - und ich war mit seiner Art Mensch und Politiker zu sein, zufrieden. Leider hatte er es bei der letzten Wahl am Abend selbst verzockt, als er lustig, aber völlig daneben & überheblich war.


Die SPD verkaufte Ideale und Ziele und bildete, des Machterhaltungstriebes wegen eine große Koalition. Ich war wieder Angestellter und wünschte mir stabile Verhältnisse und eine Regierung die gemeinsam Entscheidung trifft und etwas bewegen kann, ohne ständig von der Opposition ausgebremst zu werden.


Die große Koalition, sah also auch ich, als „das kleinere Übel“ an.


Heute bin ich auf Arbeitssuche, eine Arbeit die Berufung und nicht Beschäftigung ist. Eine Aufgabe die Menschen fordert und nicht Armut auf Lohnsteuerkarte verspricht. Als ehemalige Führungskraft kenne ich das Dilemma zwischen guter Arbeitsleistung und schlecht bezahlten Mitarbeitern.

Ich selbst habe es akzeptiert, daß meine Kassenkräfte nur auf 400€ Jobs angestellt werden. Das ganze im passenden Rahmen von 5,65€ Stundenlohn. Ich kannte das Budget meiner Filiale und ich kannte das Credo der Geschäftsleitung und habe erfolgreich Menschen dazu ausgebeutet in der Herde für unchristliche Löhne ihr Bestes zu geben. Und das nicht im Osten unseres Landes, dort wo die im Wahlkampf oft benannte Friseuse zuhause ist, sondern in einem Speckgürtel der Industrielandschaft in Nordbayern.


Heute suche ich, ein Fehler meinerseits führte dazu, selbst eine neue Aufgabe. Früher habe ich 3 Bewerbungen geschrieben, 2 Vorstellungsgespräche geführt und mich dann für die interessantere Aufgabe entschieden. Heute suche ich über 1 Jahr und habe erlebt wie sich Menschen fühlen, die in der Position des Suchenden die Kompromisse der Bosse akzeptieren müssen. Es ist menschenverachtend und eine Schande für ein Land wie unseres, mit Menschen so zum zu gehen.


Heute kenne ich die Seite desjenigen der auf Ämtern zu einem Bittsteller wird. Ich habe es kennengelernt das Hartz4-Lebensgefühl. Kein Urlaub in Florida, statt dessen die Frage wie leiste ich mir die Anfahrt zum nächsten Vorstellungsgespräch? Mir ist die Mitnahme Mentalität wie sie von großen Industrie- und Bankenführern bei Ihrem oftmals unfreiwilligem Abgang vorgelebt wird, ebenso fremd – wie die schlecht kopierte Variante vieler Menschen die Sinn und Aufgabe verloren haben und von unserem Sozialstatt vor dem verhungern gerettet werden.


Heute stehe ich mit meinem Weltbild vor der Wahl.


SPD? CDU/CSU? FDP? Grüne?


Und die Antwort lautet: Nein. Keine diese Parteien ist mehr wählbar für mich.


Dafür gibt es die o.g. Gründe und Gründe wie die Beschneidung der Freiheits- und Informationsrechte. Die große Koalition hat erfolgreich das Profil der eigenen Partei verloren. Wie Huren haben sich führende Politiker verkauft um sich krampfhaft an Posten fest zu halten.


FDP kann man nicht wählen, wenn man hört wie Hr. Westerwelle Menschen wie „mich“ derzeit sieht. Ich bin kein Bittsteller. Ich habe jahrelang den Höchstsatz in die sozialen Sicherungssysteme eingezahlt und nun, nach Pech und falschen Entscheidungen läßt man mich nach 12 Monaten in die Abgründe von Hartz4 und Lidl-Sonderposten-Käufer abrutschen. Sorry. Ich möchte arbeiten. Aber 99% meiner Ansprechpartner wollen niemanden auf eine freie Stelle einstellen, für die ich überqualifiziert bin. So bekommt ein ehemaliger Fil.-Leiter nicht mal die Aufgabe als Kassierer an einer Tankstelle.


Grüne? Nein, sorry – ich wähle keine Partei deren Vertreter einerseits empfehlen, japanische Autos zu kaufen und anderseits sich anhören wie Hubertus Judokus Quak. Tut mir leid. Natürlich ist es bei den Grünen wie bei der SPD. Die Partei hat sich verkauft. Ideale und Ziele aufgegeben um Macht zu erlangen. Wer erinnert sich noch an Turnschuh-Joschka? Ob er bei BMW nun auch mit Turnschuhen auftritt? Ob er dem Vorstand ein gepflegtes „Arschloch“ entgegenwirft wenn Bullshit verzapft wird? Ich bezweifle es.


Was bleibt?

Die Linke und die Piratenpartei.


Und diese beiden erhalten meine Stimme. Zum einen weil ich den Zusammenhang zwischen Lafontaine und SED nicht erkennen kann und zum anderen, weil ein soziales Gleichgewicht für die etablierten Parteien benötigt wird.


Die Piraten? Belächelt. Nicht ernst genommen. Mit unvollständigem Programm. Genau deswegen!


Und so wird man zum „linken“ Wähler. Es hat vieler Erfahrungen bedurft. Es hat vieler Richtungswechsel der „ehemals großen Parteien“ bedurft. Aber es hat vor allem der Erfahrung bedurft, wie unsere Gesellschaft miteinander umgeht. Wie man versucht mit unglaublich dämlichen Argumenten die Rechte und Freiheiten aller ein zu schränken.


Danke meine großen Parteien, Ihr habt es mir ermöglicht über den eigenen Schatten zu springen und zum ersten Mal Parteien mit leicht radikalem Atem zu wählen.


P.S.: An alle zukünftigen Arbeitgeber, die bei der Internet-Recherche Ihres Personalbüros, über mich als möglichen Bewerber stolpern. Wenn Euch Ehrlichkeit, Offenheit, Ethik und Moral schon heute stört und Ihr denkt, Politik wäre ein Thema weswegen man Menschen aussiebt, so bedanke ich mich ausdrücklich für Eure Vorbereitung und freue mich auf die Rücksendung meiner Unterlagen. Nichts ist ätzender, als zu spät fest zu stellen, daß man den falschen Partner gewählt hat.

Donnerstag, 24. September 2009

Wahlkrampfzeit

Der spannende Wahlkrampf hält einen in Atem und zugleich davon ab, sich wie gewohnt um den eigenen Blog zu kümmern.
Es ist aber auch wie verhext, kaum sind ein paar Milliarden verbrannt, oder umverteilt - schon geht die Weltwirtschaftskrise überall zu Ende. Auf jeden Fall, so lange Wahlkampf ist.

Klar, wer macht schon gerne mit ehrlichen oder gar mit negativen Themen Wahlkampf?
Das wissen unsere Polit-Profis natürlich und versprechen munter, was der deutsche Wahlmichel so hören will. Steuersenkungen, na klar. Millionen neue Job, aber sicher. Freiheit für alle, ist gebongt.

Tja, es scheint so als wäre der Mensch, der Deutsche mal als Vorbild (wie so oft) einfach nicht in der Lage, die Wahrheit zu vertragen.
Keine Partei kann Steuererhöhungen vermeiden, will sie die Krise nicht nur auf andere Generationen verschieben. Vom Schulden machen ist noch keiner reich geworden. Wie soll das in einer sozialen Marktwirtschaft dann funktionieren?

Und natürlich werden wir Millionen neue Jobs bekommen, wenn wir nur die richtige Partei wählen. Besonders nett finde ich da die Grünen: 1 Millionen Jobs in den Bereichen neue Energien, Gebäudesanierung, Umwelt (!), Gesundheit, Pflege und natürlich - dem politischen Lieblingsthema aller Parteien: Der Bildung.

Wie kann es sein, daß alle Parteien die Bildung als höchstes Gut ansehen, zugleich aber, egal in welcher Konstellation, dafür sorgen, daß Bildung selektiv erfolgt? Na gut, soll heute nicht das Thema sein.
Millionen neue Jobs in den Bereichen "neue Energien" und "Gebäude-Sanierungen". Oh ja, ich verstehe. So eine Solar-Thermik-Anlage und eine Solarstrom-Anlage auf meinem Hausdach, das hätte ich auch gerne. Aber dafür sich selbst verschulden? Zinsen an abgehobene und raffgierige Bänker abdrücken? Nein, sicher nicht. Woher also soll die Nachfrage kommen?
Subventionen? Ohne Steuererhöhungen?

Jede Krise hat ein Ende.
Die von Hrn. Tauss noch nicht, doch sie läuft schon eine Weile.
Ich kann nicht verurteilen, äh, beurteilen ob Hr. Tauss ein pädophiler kranker Mensch ist,
der sich unter dem wunderbaren Deckmantel der politischen Arbeit mit seiner Droge versorgt hat, oder ob er wirklich der Ritter Don Quiote ist, der gegen Kinderpornographie kämpfen will.
Warum ist das eigentlich notwendig? Unsere Familienministerin und der Rest der regierenden Bagage sorgt doch in gerade zu anrührender art und Weise für unsere Sicherheit. Sicher wird man bald jeden Gewaltverbrecher mit Stop-Schildern von U-Bahnhöfen fern halten. So funktioniert es ja auch im Internet. Oder sollte? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher.
An dieser Stelle, der notwendige Film-Tipp: http://rettedeinefreiheit.de/

Auf jedenfall hat Hr. Tauss die Seiten gewechselt, nach dem ihn seine alten Freunde wohl nicht mehr lieb haben. Okay, ich bin mir sicher, es gibt in jeder Partei kranke Menschen, aber das Bürgertum verlangt die Ächtung von Menschen die einer Straftat beschuldigt werden.
Trotz der Unschuldsvermutung.

Also, Hr. Tauss ist nun ein Pirat.
Eigentlich ja schön, ein Pirat mehr. Ein Kämpfer gegen sinnlose Zensurversuche im Netz mehr.
Ein Politiker mehr, der die Zeichen der Zeit erkennt und versucht, Freiheit richtig zu buchstabieren.
Aber was passiert wenn Tauss ein kleiner Pädophiler Drecksack ist?
Was, wenn heraus kommt - das er wirklich auf den sexuellen Mißbrauch von kleinen Jungs steht? Das könnte der Todes-Stoß der Piratenpartei sein.
Einen amtlichen Päderasten in den eigenen Reihen ein zu gliedern, würde für die Piratenpartei
das politische AUS bedeuteten, noch bevor man sich warm gelaufen hat.

Okay, ich bin nicht in der Piratenpartei - meine Sorge soll es nicht sein.

Ich sorge mich da eher um das Berliner Trinkwasser. Denn so wie ich gestern bei Plasberg
die Sekretäre der großen Parteien erlebt habe, scheint im Berliner Trinkwasser eine Bewusstseins verändernde Droge beigemischt zu werden.
Besonders Hr. Heil scheint ein großer Fan dieses Trinkwassers zu sein. Eine derart unreife Show im TV hat zuletzt Hr. Schröder abgeliefert, aber da war es wenigstens unterhaltsam.

Unterhaltsam ist auch die Geschichte um Opel.
Nun, da es scheint, daß die Russen das KnowHow bekommen, lassen sie zusammen mit
dem Partner Magna die Katze aus dem Sack.
Wer hat eigentlich gedacht, ein Konsortium aus Österreichern und Russen würde sich auch nur im geringsten darum scheren, was mit deutschen Arbeitsplätzen passiert?

Täglich werden die Zahlen der "wegfallenden" Stellen nach oben korrigiert.
Und dafür der ganze Engagement unserer (vermutlich nicht) scheidenden Regierung?
Wenigstens den Flug nach USA hätten wir zu Guttenberg ersparen können. Was der Jetlag aus ihm machte, sahen wir ja auf den Time-Square-Bildern.

Abgesehen davon, wäre von Guttenberg sicher mal ein guter Kanzler. Ruhig, eloquent und mit der nötigen Distanz der oberen Zehntausend von Natur aus ausgestattet.
Schade daß die Verbindung seiner Frau zu Zensursula ein positives Bild dann jedoch völlig vereitelt.


Hoffen wir auf die Lösung, nach der Wahl. Wenn eines in diesem Land sicher ist,
dann ist es die Rente, äh, ich meinte die Diäten.



Fakten, Quellen und Nachweise finden sich wie immer im Internet ;)

Freitag, 11. September 2009

So schmeckt die Gier.

Es gibt Dokus, die sollte jeder Mensch sehen. Und weil wir oftmals völlig lernressistent sind, am besten wenigstens 2x im Jahr. Eventuell würde sich die Situation dann ändern.
Da es genug Rezessionen über den Film gibt, eine hier die am besten den Film beschreibt:


"We feed the World"

Das schmeckt nach Gier

Von Oliver Voß

Eine Doku, die auf den Magen schlägt - und dennoch Zuschauer begeistert: Der österreichische Filmemacher Erwin Wagenhofer hat sich in "We Feed the World" die globalen Produktionsverhältnisse von Nahrungsmitteln vorgeknöpft und ein Menü aus Zynismus, Gier und Ignoranz entdeckt.


Wenn wieder einmal Gammelfleisch im Supermarktregal gefunden wurde oder die Pestizidbelastung von Gemüse die zulässigen Grenzwerte überschreitet, ahnt man für einen Moment, was täglich auf den Tellern landet. Beim nächsten Einkauf wird dann zur Biotomate gegriffen, doch so schnell, wie die Lebensmittelskandale aus den Medien verschwinden, geht man wieder zur Tageskarte der Billigangebote über.


Geht es ums Essen, sind die Deutschen geizig: Beim Anteil des Einkommens, der für Nahrungsmittel ausgegeben wird, gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Das ist auch der Discountkultur und den geringen Preisen für Lebensmittel geschuldet. Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer hat sich dieses Menü aus wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren vorgeknöpft, wobei ihn weniger die großen Skandale als die schwer verdaulichen Details der Produktionsbedingungen interessieren.

Zu Beginn von "We feed the world - Essen global" wird der Zuschauer mit dem alltäglichen Wahnsinn der Überflussgesellschaft konfrontiert: Ein Lastwagen schüttet einen Berg Brot aus. Täglich wird in Wien so viel Brot vernichtet wie Graz verbraucht. Ein Viertel des Restmülls in der österreichischen Hauptstadt besteht aus unverbrauchten Lebensmitteln. Eigentlich will man von solchen Dingen genauso wenig wissen, wie über die genauen Inhaltsstoffe des schnell verschlungenen Pausen-Snacks. Daher ist es erstaunlich, dass die Dokumentation in Österreich zum Kassenschlager wurde, mit mehr Zuschauern als "Fahrenheit 9/11".

Im Gegensatz zu Michael Moore oder der Burgerdiät-Dokumentation "Super Size Me" verzichtet Wagenhofer jedoch auf Polemik. Stattdessen lässt er Fakten und Bilder für sich sprechen. Dabei sind Aufnahmen von Massentierhaltung eigentlich nichts Neues. Wenn aber Küken gleich kistenweise in die Aufzuchtstationen gekippt werden, zeigt sich der Kapitalismus von seiner unappetitlichsten Seite. Ähnlich beklemmend: die Luftbilder von Südspanien, wo die Gegend um Almeria flächendeckend mit Gewächshäusern zugepflastert ist, oder der brennende Mais, mit dem Fernwärme produziert wird.

Mangel im Überfluss

"We Feed the World" bezieht seine kritische Wirkung vor allem von den Produzenten selber, die ausgiebig zu Wort kommen. Zynismus gibt den Ton an bei ihrer Selbstdarstellung: So begeistert sich der Produktionsleiter eines der größten Saatgutkonzerne für die Ursprünglichkeit der rumänischen Landwirtschaft. Er lobt den Geschmack schrumpeliger Auberginen, die man so in Österreich nicht mehr finde, und sagt dann: "Wir haben den Westen runtergewirtschaftet, jetzt gehen wir nach Rumänien und versauen dort die Landwirtschaft."

"Den Handel interessiert der Preis, Geschmack ist kein Kriterium", erklärt ein Geflügelzüchter. Für viele Verbraucher gilt das auch. Doch in den letzten Jahren zeichnet sich ein Bewusstseinswandel ab. Bioprodukte erobern inzwischen auch die Regale der Discounter; der langjährige Greenpeace-Chef leitet die Organisation "Foodwatch"; Köche werden zu Popstars. "Kochen ist der heißeste Trend, der momentan abgeht", sagt Rap-Mogul P.Diddy, der in den USA gerade ein Promi-Kochduell fürs Fernsehen produziert.

WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL
(ÖSTERREICH 2005)

Regie: Erwin Wagenhofer
Produktion: Allmedia
Verleih: Delphi
Länge: 105 Minuten
Start: 27. April 2006

Offizielle Website

Der Film passt also zum Zeitgeist, quasi als Negativ des romantischen Bildes von der natürlich-geschmackvollen Ernährung. Denn während Lifestyle-Magazine Kochkurse und Edelpfannen zu den neuen Statussymbolen erklären, macht Wagenhofer vor allem auf die Schattenseiten der Entwicklung aufmerksam: den Mangel im Überfluss.

Bestes Beispiel: Während Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, beklagt, dass jeden Tag tausende Menschen an Hunger sterben, hat Nestlé einen neuen Markt entdeckt. "Wasser ist ein Lebensmittel, und so wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben", sagt der Chef des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers, Peter Brabeck.

Ausgerechnet ihn überkommt beim Anblick der eigenen Produktfülle eine kulturkritische Wallung: "Wir haben alles, was wir wollen und sind trotzdem psychisch in einer Trauerstimmung". Zum Heulen, so viel Koketterie. Und ziemlich unappetitlich.

Samstag, 5. September 2009

Wahlstimme zu Höchstgebot ab zu geben ..

Heute geht es mal nicht um die Wirtschaft, sondern - aus gegebenem Anlass - um Politik.

Dass bald Bundestagswahlen sind, sieht man derzeit vorallem an den vielen bunten Schildern dies- und längsseits der Straßen.

Es ist immer wieder verwirrend für mich, dass es da wirklich in jeder Partei Menschen gibt, die denken - (denken alleine scheint eine Satire im Bezug auf einzelnde handelnde Personen zu sein!)
ich würde mich in meiner politischen Meinung von Slogans auf Presspappe beeinflussen lassen.
Aber ist ja auch egal, das Geld bekommen die Parteien ja vom Steuerzahler.

In Zeiten des Internets können die vermeintlich simplen Slogans der großen Bürgerparteien jedoch empfindlich nach hinten los gehen, unterhaltsam als Vorlage für Satire sind die Wahlplakate dann also wenigstens für den Teil der Bürger, die sich den Humor haben noch nicht verpfänden lassen müssen. Wobei, ich muss gerade mal überlegen, ist das hier Satire, oder ernst? Auch hier bin ich mir einfach nicht mehr sicher.

Aber kommen wir zum Thema.

Eigentlich ist Politik und Wirtschaft ja gar nicht mehr zu trennen.
Spätestens seit dem die "systemrelevanten" Banken nach erfolgreicher Verspekulation staatlich gestützt werden mussten, oder seit dem die Auto-Lobby erfolgreich alle Steuerzahler zu Autokäufern gemacht hat, ist Politik auch Wirtschaft.

Daher finde ich es nicht mehr verwerflich, an dieser Stelle "MEINE STIMME" zum Höchstpreis feil zu bieten. Also liebe Parteien, macht auf die schwarzen Kassen und sichert Euch meine Unterstützung.

Sollte es allerdings nicht mehr als der Hartz4 Tages-Satz werden, dann muss ich mir doch eine ernsthafte Alternative suchen.

Wie wäre es mit einer Partei, deren Politiker sich darauf verständigt haben,
daß sie in der Zukunft Ihre Entlohnung nicht mehr selbst bestimmen - sondern das Volk?
Oder wie wäre es mit einer Partei die es sich als Selbstverpflichtung auferlegt, keine Lobbyisten Kontakte in Wirtschaft und Interessensverbände zu pflegen?
Wie wäre es mit einer Partei, die es Ihren Politikern nicht erlaubt, gegen Honorar vor der örtlichen Tabakindustrie Reden zu halten.
Oder eine Partei, deren Politiker an Eides statt versichern, nach der Karriere als Minister nicht in die Wirtschaft zu gehen?

Gibts nicht?
Wird es nie geben?


Schade.


Dann mal her mit den Geboten für meine Stimme!

Dienstag, 1. September 2009

Unterm Strich, zähl' ich.

Ja, dann auch mal vielen Dank liebe Postbank für diesen tollen Slogan.

Schöne Musik, tolle Bilder und dann dieser
herrlich simple Slogan: "Unterm Strich, zähl ich."

Was soll man daraus lernen?
Das der Egoismus unsere Probleme löst, oder das man mit Geld, doch Geld verdienen kann?

Sorry, aber bei so etwas kommt mir die Galle hoch.

Ich kann mir gut vorstellen wie die zuständigen Vorstände der Bank im Meeting mit den scheinbar Kreativen der Werbeagentur zusammen saßen und sich bei der Vorführung derart in der eigenen
Lebensmoral bestätigt sahen, daß es nur ein "go" für diese tolle Kampagne geben konnte.

Party fällt aus.

Tja Folks, es tut mir leid,
aber es scheint nichts aus der Party im Bundeskanzleramt zu werden.

Bis heute keine Antwort.

Schade.

Montag, 24. August 2009

Party im Kanzleramt.

Leider hatte ich diese Idee nicht selbst, aber ich versuche trotzdem mein Glück.

Daher habe ich heute -gerade :)- eine eMail an das Bundeskanzleramt gesendet:

zitat------

vonBjoern Habegger
Tageszeit bei VersenderGesendet um 22:14 (GMT+02:00). Aktuelle Tageszeit an diesem Ort: 22:14
aninternetpost@bpa.bund.de
Datum24. August 2009 22:14
BetreffMein 35.ster Geburtstag
Gesendet vongmail.com
Details ausblenden 22:14 (Vor 0 Minuten)
Sehr geehrte Fr. Bundeskanzlerin,

da ich heute nochmal gesehen habe, wie beliebt die Geburtstagsfeiern in
Ihren Räumen sind, möchte ich gerne frühzeitig eine Reservierung platzieren.

Im März nächsten Jahres, am 10. um genau zu sein, werde ich 35.

Ich würde dann gerne, so wie es andere Steuerzahler auch durften, meinen
Geburtstag mit meinen Freunden (gerne dürfen Sie auch ein oder mehrere Prominente, nach Ihrem Gusto, aus Industrie und Politik hinzuladen), bei Ihnen feiern.

Nein, diese Idee wäre mir persönlich natürlich nie selbst gekommen,
dachte ich doch bisher, Politik und Industrie oder Bankenwirtschaft würden moralische Regeln kennen
und achten.

Aber dank der Presse konnte nun jeder von dieser tollen Möglichkeit erfahren.

Aber bei mir müssen Sie sich keine Sorgen machen,
sicherlich wird es keine Journalisten interessieren wenn wir meinen Geburtstag bei Ihnen
feiern, schließlich bin ich gerne bereit meine Erdnüsse selbst mit zu bringen.

Es würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören und bitte um Erlaubnis -
Ihre Antwort in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.


Mit den besten Grüßen,

Bjoern Habegger

----zitat


Mal sehn, wenn das klappt, dann freue ich mich auf Eure Zusagen! :)
Aber wie gesagt, die Erdnüsse muss jeder selbst zahlen!


Samstag, 22. August 2009

Wahrnehmungsstörungen bei sog. Top-Führungskräften ..

Anders kann man es wohl sonst nicht bezeichnen, wenn der ehemalige Chef des nun insolventen
Arcandor Konzerns, sich beim Abschied als jemand darstellt, der fehlerfreie Arbeit abgeliefert hat.

Es ist nicht zu glauben.

Erst vor kurzem hat der Insolvenzverwalter der Arcandor Gruppe folgendes zitiert:


Also der Laden wird ausgesaugt, leer geräumt, geplündert und dann klopf man sich noch auf die Schultern.

Glückwunsch.

Zensursula, oder wie Politiker mit der Pressefreiheit umgehen.

Spiegel TV, man mag davon halten, was auch immer man will.
Zu links, zu liberal, zu wenig Springer, oder was immer :)

Aber ich finde es doch interessant, was da gerade kam.

Unter dem o.g. Link findet sich unsere Bundesfamilienministerien Ursula von der Leyen, auch bekannt unter dem Namen Zensursula.


Das alleine mag der Bundesdeutsche Durchschnitts-Michel noch nicht verstehen und er mag auch nicht verstehen, was es bedeutet, wenn erst der Anfang der Informationskontrolle beginnt.

Aber es sollte ein jeder verstehen, wie Medien durch die Politik in Ihrer Arbeit behandelt werden, wenn derart selektiv wie im o.g. Beispiel - die "unbequeme" Presse-Seite ausgeschlossen werden soll.

Es ist eine Schande,
das Bundesminister-/innen derart unverblümt versuchen, Ihre eigene Unfähigkeit zu Kritik und Dialog zu vertuschen.

Nun haben wir in den Wochen der Wahl schon 2 Frauen aus den so genannten Volksparteien, die in meinen Augen unwählbar sind.

Die eine verstümmelt die Meinungsfreiheit und die andere verbrennt des Steuerzahlers Taler.


So eine Bundestagswahl erinnert mich nur noch an 5 verschiedenfarbige Haufen Flitzekacke.
Das ist unsere Wahl, wähel den Haufen, der am wenigsten stinkt.

Dienstag, 11. August 2009

Ein Lehrstück darüber, wie man das ganz große Rad dreht ..

Folgender Beitrag ist heute auf Telepolis erschienen und
er verdeutlicht wieder einmal, was es bedeutet wenn das "ganz große Rad" von
wenigen Darstellern gedreht wird.

Was hier an krimineller Energie versteckt ist, würde anderorts reichen um den ganz großen Skandal aus zu lösen.

Aber, in diesen Kreisen - ist das ganze nur eins:
"Scheinbar - normal."

Filzokratie a la Paulson

Artur P. Schmidt 11.08.2009

Wie der US-Finanzminister Goldman Sachs vor dem Konkurs rettete und das Unternehmen dann mit Staatsgeldern den Programmhandel cornerte
Henry M. Paulson, der Mann, der bei Kongressanhörungen über seine Entscheidungen während der Finanzkrise permanent ins Stottern kam, scheint eine maßgeblichere Rolle im allgemeinen Bailout-Ringelreien gespielt zu haben, als diesem jetzt lieb sein könnte. Paulson war von 1999 bis 2006 Vorsitzender und CEO der US-Investmentbank Goldman Sachs, bevor er am 30. Mai 2006 von Präsident George W. Bush für das Amt des Finanzministers nominiert wurde. Paulson, dessen Vermögenswert auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt wird, gilt als Vorzeige-Republikaner, dem trotz seiner Alibi-Engagements für den Naturschutz und seiner Thematisierung der Kluft zwischen Arm und Reich vor allem das Wohle der Wallstreet und nicht dasjenige der Steuerzahler am Herzen lag. Sollten sich der Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit dem AIG-Bailout jetzt bestätigen, müsste er sich besonders warm anziehen.


Der ehemalige US-Finanzminister hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im vergangenen Herbst sehr enge Kontakte zu seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs. Wie die "New York Times" vom Sonntag berichtete, soll sich Paulson auffällig oft mit Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein getroffen haben.

Die US-Regierung hatte am 16. September 2009 nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers eingewilligt, den Versicherungsriesen AIG mit 85 Milliarden US-Dollar unter die Arme zu greifen. Hauptprofiteur dieser Staatshilfen war die Investmentbank Goldman Sachs, die sonst 13 Milliarden US-Dollar hätte abschreiben müssen und möglicherweise selbst pleite gegangen wäre.

Paulson, der ein Kontaktverbot zu Goldman Sachs, seinem ehemaligen Arbeitgeber besaß, soll angeblich bereits vor dem Gesuch um Aussetzung der ethischen Vereinbarung über ein Kontaktverbot zu Goldman 26 Mal mit Blankfein telefoniert haben. Hier liegt der Verdacht der Vetternwirtschaft nahe, bei dem Goldman eine Sonderbehandlung zukam, während andere Wettbewerber klar benachteiligt wurden.


Wie man Wettbewerber eliminiert

Scheinbar hatte Goldman stets einen Informationsvorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die enge Kooperation von Paulson mit Fed-Chef Ben Bernanke lässt auch diesen in dieser Äffäre nicht besonders glücklich aussehen. Bernanke wurde zum Handlanger von Paulson, der seine vorher als CEO bei Goldman zu verantwortenden Fehlinvestments damit kaschieren wollte, dass er seinem früheren Arbeitgeber aus der Patsche half.

Paulson hat andere Wettbewerber wie Bear Stearns, Lehman Brothers oder Merrill Lynch bewusst aus dem Markt gedrängt, dagegen jedoch das Überleben seines früheren Arbeitgebers sichergestellt. Die beiden ersten erhielten bekanntlich keinen Bailout und Merrill Lynch wurde in einer sonntäglichen Nacht- und Nebelaktion plötzlich von der Bank of America übernommen.


Erpressung der Bank of America

Wegen der Rolle der Regierung beim Notverkauf von Merrill Lynch an die Bank of America (BoA) kommt der frühere US-Finanzminister immer mehr unter Beschuss. Bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses hatten die Abgeordneten Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke vor kurzem vorgeworfen, Informationen bewusst zurückgehalten und Druck auf die BoA ausgeübt zu haben, um das Geschäft trotz Sorgen über noch größere Verluste bei Merrill Lynch schnellstmöglich abzuwickeln.

"Die Bürger Amerikas, die Anleger und der Kongress wurden im Dunkeln gelassen", sagte der demokratische Vorsitzende des Ausschusses, Edolphus Towns. Wie bei Alleinherrschern üblich wurde die Vereinbarung von Paulson in Rekordzeit durchgeboxt. Ein einmaliger Schildbürgerstreich, der einen lästigen Wettbewerber in Rekordzeit ohne Chance auf eine Sanierung durch Chapter 11 von der Bildfläche verschwinden ließ.

Dass Paulson die Bank-of-America-Chefs zusammen mit Ben Bernanke auch noch erpresste, indem er BoA-Chef Ken Lewis und dessen Führungsriege vor dem Verlust ihrer Jobs warnte, falls sie sich nicht seinen Vorstellungen anschließen würden, setzt seinem anmaßenden Verhalten noch die Krone auf. Dass Paulson als Vorsichtsmaßnahme keinen E-Mail-Verkehr hinterlassen hat, könnte auf seine kriminelle Energie in dieser Angelegenheit hinweisen, die noch ein Nachspiel haben dürfte.


Weitere Vergünstigungen

So erhielt Goldman Sachs nicht nur die 13 Milliarden an Geldern der Steuerzahler durch den AIG Bailout, sondern es wurde der Investmentbank auf dem Gipfel der Krise auch gestattet, sich in eine Geschäftsbank zu transformieren, um leichter an öffentliche Gelder, die zur Bewältigung der Krise nur Geschäftsbanken gewährt wurden, zu kommen. So erhielt Goldman damals nicht nur staatliche Kreditgarantien, sondern auch 10 Milliarden USD aus dem so genannten Troubled Asset Relief Program. Auch profitierte Goldman vom Aussetzen des Short Sellings gegen seine eigenen Aktien.

Das Ganze stinkt zum Himmel. Paulson verteilte an seinen ehemaligen Arbeitgeber Blankoschecks, damit dieser überleben konnte. Dass das ganze Geld, welches man als neue Bank erhielt, nicht in das Kreditgeschäft floss, liegt auf der Hand. Vielmehr bekam man mit der Kapitalauffrischung genügend Geld, um wieder in den Eigenhandel mit Wertpapieren im großen Stil einzusteigen und auf steigende Kurse zu wetten.


Cornern des Programmhandels

Während Goldman die bisher größte Weltwirtschaftskrise überlebte, sind die meisten seiner Wettbewerber im Finanz-Nirwana untergegangen. Damit gelang es Goldman Sachs, fast den gesamten Programmhandel an der Wallstreet zu cornern und sich in einzelnen Marktsegmenten einen Marktanteil von über 50 % zu sichern.

So machte das Unternehmen im letzten Quartal alleine mit Aktienhandel mindestens 100 Millionen USD Gewinn an 46 Handelstagen. Ein neuer Allzeitrekord, der nur möglich ist, wenn man einen Markt komplett beherrscht und Wissen über die gesamte Angebots-/Nachfragestruktur hat. Es scheint, als hätte Goldman Sachs TARP-Gelder genutzt, die die Bank eigentlich gar nicht benötigt hätte, um die Märkte zu manipulieren, und als hätte sie in den letzten 3 Monaten kräftig mit dazu beigetragen, die Aktienkurse nach oben zu pushen? Wenn sich herausstellt, dass Goldman Sachs Gelder bekommen hat, ohne dass diese dem Unternehmen zugestanden haben, dann muss Paulson sofort wegen Korruptionsverdacht angeklagt werden.

So macht man es richtig, weiter so ...

Das ist wirklich raffiniert, immer gut dem Mainstream anpassen aber
aufpassen das man selbst nicht zu kurz kommt.

Schade, das es jemanden trifft, dessen offene Worte - eigentlich - auch für mehr Bewegung hätten sorgen können, aber leider verpuffen Sie im Dilemma des Wasser predigens und Wein saufens.

Aus der "Zeit":
Ein Sanierungsexperte rechnet ab

VON ARNE STORN | © DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33
Das neue Buch des Topmanagers Utz Claassen wäre besser nicht erschienen


Gefragter Manager: Utz Claassen
© Uli Deck/ ddp
Wir Geisterfahrer heißt das neue Buch von Utz Claassen, dem anerkannten Sanierungsexperten und Vorstandschef des Energiekonzerns EnBW bis 2007. Schon zu Amtszeiten war Claassen für streitbare Aussagen gut, nun prangert er die Sünden der Banker, die Fehler der Politik und den Verfall ethischer Werte an. "Ein Versagen der Eliten", lautet seine Diagnose, habe uns in die aktuelle Krise geführt, und Claassen wäre nicht Claassen, sparte er die eigene Kaste aus.

Komment auf der obersten Ebene der Unternehmen seien das "Abnicken, Zigarrerauchen, Rotweintrinken". Es fehle "eine kritische Diskurskultur im Management". Es mangele an Aufsichtsräten, die nachfragten. Gier nehme tendenziell dort zu, "wo man vom Geld weniger abhängig ist", und "auch wenn Gier nicht eine Frage der absoluten Beträge ist, fällt es mitunter doch zugegebenermaßen schwer, bestimmte Relationen und Sachverhalte noch irgendjemandem zu erklären".

Der diese Worte formuliert, ist derselbe Utz Claassen, der kürzlich seinen alten Arbeitgeber EnBW auf die Zahlung vertraglich vereinbarter Bezüge verklagt hat. Über die Klage verhandelte das Landgericht Karlsruhe am vergangenen Donnerstag. Die Richterin nannte sie "schlüssig begründet".

Es ist derselbe Utz Claassen, dem seit seinem Ausscheiden bei EnBW ein Übergangsgeld von fast 400.000 Euro – pro Jahr – zusteht. Übergangsgeld, das muss man wissen, ist eine Zahlungsform aus jenen längst vergangenen Tagen, als Manager erst im hohen Alter in den Vorstand aufrückten und nach ihren Ausscheiden vielleicht noch zwei, drei Jahre bis zur Rente zu überbrücken hatten. Vergütungsexperten nennen Übergangsgeld ein "Relikt", das in heutigen Vorstandsverträgen nichts verloren habe. Bei Claassen dauert es noch lange bis zur Pension. Er ist gerade einmal 46 Jahre alt.

Ein Mann in den besten Jahren also, und so ist Utz Claassen auch viel beschäftigt als – wie es im Buch heißt – Unternehmensberater, Unternehmer, Aufsichtsratsmitglied, Wissenschaftler, Autor und Publizist. Zwei Professuren hält Claassen, vor allem aber ist er Berater des einst durch den Kauf von Chrysler bekannt gewordenen amerikanischen Finanzinvestors Cerberus. Just dieses Engagement diente EnBW vor einiger Zeit als Anlass, die Zahlungen an Claassen einzustellen. Doch der Manager weiß fein zu unterscheiden: Bei dem Geld, das Cerberus ihm zahle, handele es sich nicht um ein Gehalt oder um Tantiemen, die – wie es mit EnBW vereinbart sei – auf sein Ruhegehalt anzurechnen seien. Stattdessen handele es sich um "freiberufliche Beratungshonorare".

Vertrag ist Vertrag, da hat Claassen recht. Wenn EnBW ihm das Geld einst zugesagt hat, um sich seine unbestrittenen fachlichen Qualitäten zu sichern, wenn die Klauseln lauten, wie von ihm behauptet, dann soll er vor Gericht gewinnen und sein Geld bekommen. Dann muss man den Aufsichtsrat von EnBW kritisieren, der den Vertrag schloss, nicht ihn. Doch soll uns Claassen dann bitte mit seinen Phrasen verschonen. Von einem, der das System, das er anprangert, derartig geschickt zu nutzen weiß, sind sie hohl – und zynisch.

Donnerstag, 23. Juli 2009

50 Millionen, das klingt nur fair.

Da geht er nun also, der Verlierer im Topduell zwischen Wolfsburg und Stuttgart.
Wendelin Wiedeking, ein Macher, ein Top-Manager, einer der alles erreicht hat,
nur am Ziel ist er nicht angekommen.

Er hat den großen Traum gelebt.
Er wollte den kleinen David so erfolgreiche werden lassen,
daß David Goliath schlucken kann.

Nun steht er als persönlicher Verlierer da.

Aber wie man auch als Verlierer noch siegen kann,
daß zeigt er nun.

50 Millionen Abfindung hat er heraus gehandelt.

50 Millionen Euro.

Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Ja er war lange Zeit ein erfolgreicher Macher und Entscheider -
einer zu dem die ganze Branche aufgeschaut hat.
Aber war er am Schluss nicht doch auch Opfer seiner eigenen Gier?
Steht er nicht in einer Reihe mit solchen Größen wie Zumwinkel?

Ist es nicht am Schluss die Gier - die die ganz Großen des Spiels zu Fall bringt?


Aber eines kann man von diesem Mann noch lernen:
Selbst am Tag seiner Niederlage schafft er es, sich als Gewinner
zu verkaufen.
Das ist aller Ehren wert.

Wie er das macht?
Er verzichtet gönnerhaft auf 50% seiner Abfindung, denn 25 Millionen gehen in Stiftungen
die noch zu gründen oder bereits existent sind.
Und um auf Nummer sicher zu gehen, daß die Presse das richtig verkauft, investiert er noch 1,5 Millionen in Stiftungen die zur Hilfe notleidenter Journalisten gegründet wurden.
Klar, auch Journalisten sind nur Menschen und jeder hat seinen Preis.

Und als ersten Erfolg darf er für sich verbuchen, daß die Presse seine komplette Erklärung mit dem wichtigen Detail endet, daß er ja in Deutschland Steuerpflichtig ist und die Hälfte seiner Einkünfte an den Staat gehen.


Glückwunsch.

Verloren,
mit "nur 12,5 Millionen" abgespeist und das
ganze als Sieg verkauft.


Wiedeking ist eben ein Macher!

Sonntag, 19. Juli 2009

Wir gründen eine Bank.

Es gibt dieses Sprichwort:

"Ein Bankraub ist etwas für Dilletanten, Profis gründen eine Bank."

Natürlich impleziert dieser Spruch damit, daß die Gründung einer Bank nichts anderes ist, als ein legaler "Raub". Die Opfer sind dann eben die Kunden.

Wenn man sich die aktuelle Situation anschaut, so ist da sicherlich etwas dran.
Nicht nur, daß Banken in guten Zeiten Milliarden verdient haben und davon nur eine geringe anzahl an sogenannten Führungskräften partizipiert hat, nein - kaum werden die Zeiten rauher,
lassen sich große Banken mit riesen Summen unter die Arme greifen.

Systemrelevant, das könnte das Unwort 2009 werden.

Aber wie Systemrelevant sind Banken eigentlich, wenn Sie derart asozial agieren?
Asozial, das Gegenteil von sozial.
Ist unser System asozial?
Sind Menschen asozial?

Ich persönlich glaube nicht von Natur aus daran, daß Menschen asozial sind.
Wir sind eine komplexe Spezie und unser Trieb "immer schneller, höher, weiter und erfolgreicher" zu sein, hat uns zu dem aktuellen Punkt entwickelt an dem wir stehen.

So weit so gut, oder eben nicht so gut. Denn in dieser globalen Welt haben wir vergessen -
was die Basis unseres sozialen Lebens bildet. Es ist das "Mit-Einander" und "Von-Einander".

Der globaliserte Gutmensch berichtet gerne davon, daß die Quelle allen Übels ist, daß jeder nur noch an sich denkt. Sicher, es mag so sein, aber ich denke es ist nicht die Quelle des Übels.
Ein Mensch muss primär an sich denken. Altruismus bringt weder persönlichen Wohlstand noch wirtschaftlichen Fortschritt und diesen will ich nicht per se schlecht reden.

Doch es muss die Frage gestellt werden, wie?
Wie kann man gegenseitig davon partizipieren, daß man sozial handelt?

Leistung muss sich lohnen.
Leistung muss belohnt werden.
Leistung muss sinnvoll sein.
Leistung muss sozial verteilt von einzelnen und der Gemeinschaft erbracht werden.
Leistung darf nicht als Selbstzweck angesehen werden.

Unsere aktuelle Gesellschaft hat vor langer Zeit Geld als allgemeingültiges Tauschmittel etabliert.
Und damit Geld im Kreislauf zirkuliert, mussten Anreize gefunden werden.
Einer der Anreize war der Zins.

Nun, ich bin heute noch immer der Meinung, eine Welt ohne Zinsen und Zinseszinsen wäre, sozialer, ruhiger, friedlicher und erfolgreicher - aber, man kann nicht die Welt von heute auf morgen verändern.

Fangen wir kleiner an.

Fangen wir bei einer eigenen Bank an.

Und da kam sie mir, die Idee der "Fair-Trade-Bank".

Die Idee basiert darauf, das die Kunden dieser Bank selbst regulieren können, wieviel Zins ihr erspartes erwirtschaftet. Denn die Bank gewährt dem Kunden auf sein Sparguthaben einen Zins der in direkter Abhängigkeit dazu steht, wieviel Geld er spart (je mehr er von seinem Einkommen spart, desto kleiner wird der Zins) und wie groß der Anteil seiner Ausgaben ist, die er bei "Fair-Trade-Partner" oder für "Fair-Trade-Produkte" ausgegeben hat.

Was sind "Fair-Trade-Partner"?
Ein "Fair-Trade-Partner" akzeptiert erstmal grundsätzlich die bargeldlose Zahlungsweise (das erleichtert die Kontrolle und vermindert die Fehlerquoten, Verluste und Aufwände).
Desweiteren ist ein Fair-Trade-Partner immer ein Unternehmen, daß in der gleichen Region angesiedelt ist, wie der Käufer. Ebenso können nur Unternehmen bis zu einer (zu definierenden) Gesamtgröße "FTP" werden. Auch Regularien wie die Erfüllung von Quoten im Bereich Ausbildungsplätze, das nicht einstellen von Zeitarbeitern, die Rate der personellen Fluktuation, die Erfüllung regionaler Steuerpflichten, die Verwendung von umweltfreundlichen Produktionsmethoden, die Einhaltung nachhaltiger biologischer Bewirtschaftung ect wird im jeweiligen Fall zu einem Kriterium ob ein Unternehmen, Produzent, Händler zu einem FTP werden kann.

Das ganze funktioniert in groben Zügen so:
Der Kunde eröffnet ein Girokonto bei der Fair-Trade-Bank, dieses ist immer ein Guthabenskonto. Der Sinn der Bank ist, per Statut, das Menschen mit dem Geld auskommen, daß Sie erwirtschaften. Das Konto ist daher immer ein Guthabenskonto.
Zu diesem gibt es zusätzlich ein "Fair-Spar-Konto".
Gemeinsam mit dem Bank Berater legt der Kunde eine Spar-Quote fest.
Bsp.:
Einkommen 1.600,- € netto = (Bundesschnitt)
Spar-Quote,: 100€ per Monat.

D.h.: Der Kunde gibt per Monat 1.500,-- € aus.
Die 100€ gehen sofort auf das Sparkonto.
(Bis jetzt nichts Bahnbrechend neues :))

Nun wird am Monatsende geprüft, wieviel der 1.500,-- € Ausgaben sind an
Fair-Trade-Partner gegangen?
In Abhängigkeit dieser Quote erhält der Kunde den Zins auf sein angespartes Guthaben.

Das Ziel soll sein:
Der Kunde gibt soviel Geld wie möglich bei Fair-Trade-Partner aus, also bei Unternehmen aus seiner Region, die gewisse ethnische, soziale und ökologische Regeln beachten und der Kunde wird animiert, zu sparen.

Woher kommt der Zins, den die Bank an den Kunden auszahlt?
Von den Fair-Trade-Partner.
Diese zahlen wiederum einen Prozentsatz Ihres Umsatzes, der durch Kunden der Fair-Trade-Bank generiert wurde, an die Fair-Trade-Bank.

Ich habe mit unterschiedlichen Kundenbsp und Quoten dieses ganze Szenario durchgespielt und natürlich müssen gewisse Regularien und Unter- bzw. Obergrenzen geschaffen werden, aber innerhalb dieser, wäre das ein funktionierende System.

Kredite?
Ganz ohne Kredite kann es nicht gehen. Zumindestens nicht am Anfang.
Also kann der Kunde einen Kredit aufnehmen.
Aber auch hierfür werden besondere Regularien aufgestellt.
Eine ist zum Bsp. der "Faire-Kredit-Zins", denn dieser bewegt sich auf dem Niveau,
des zuvor vom Kunden erwirtschaften Guthaben-Zinses.
Systematisch funktioniert ein Kredit dann als ein weiteres Konto, auf das
mindestens die Hälfte der bisherigen Sparquote eingehen muss.
Der Kunde kann dann selbst definieren, wie hoch die Zins-Quote für sein Darlehen ist, da
sie sich in Abhängigkeit zu seinem Guthabens-Zins befindet.

Kredite dürfen desweiteren nur für Ausgaben und Anschaffungen bei Fair-Trade-Partner verwendet werden.



So?


Das Konzept kann funktionieren.
Es liegt an uns.

Freitag, 10. Juli 2009

Chapter 11 für alle!

Ist das nicht herrlich?

Mal so nach Herzenslust Schulden machen,
2 Monate unter Chapter 11 weiter machen und dann
mit frischem Kapital Dritter wieder von vorne anfangen.

Schön.

Welchen Wert hat Geld eigentlich noch?
Hat es im Falle von tiefroten Konzernen überhaupt noch den
Wert des Papieres auf dem es gedruckt wurde?

Es scheint das alte Sprichwort zu stimmen:
Bei 1.000,--€ Schulden hast Du ein Problem,
bei 1.000.000,-- € Schulden, hat die Bank ein Problem.

Das ganze kann man mittlerweile auf ganze Länder übertragen.

Dort werden "giftige" Bankpapiere in eigens neu gegründete Banken geschoben um
die eigene Bilanz zu schönen, anderswo kauft der Staat mit Geld, das er defacto nicht hat,
ganze Konzerne.

Nur damit das große Spiel,
das große Ganze - am rollen bleibt.

Und so ändert sich nicht das System, sondern man formt nur an den Auswirkungen
so lange herum, bis die Probleme erst mal wieder in übernächste Generationen verschoben ist.


How nice :)

Sonntag, 5. Juli 2009

Unsinn Abwrackprämie

Generell ist es unter Ökonomen äußerst fragwürdig, ob es mittel- und langfristig Sinn macht, bestimmte Wirtschaftszweige mit staatlichen Subventionen zu stützen. Nichts anderes ist die Abwrack-, Umwelt- oder Stilllegungsprämie von EUR 2.500,- für Personenkraftwagen von Privatpersonen, die mehr als acht Jahre alt sind. Da der Maschinenbau als noch bedeutsamerer Wirtschaftszweig bisher keine Begünstigungen in vergleichbarem Umfang erhält, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis die „Heidelberger Druck“ als Weltmarktführer eine ’Erneuerungsprämie’ für betagte Druckmaschinen politisch zu ventilieren sucht. Dann entdecken natürlich auch die Hersteller von Lokomotiven, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gegenüber dem Privatverkehr benachteiligt wird, und ersinnen eine „Lok“-Abwrackprämie und dergleichen Unsinn mehr. Usw, usf.

Nackte Zahlen sprechen für sich: von den in Deutschland – also incl. der ausländischen Automobilanbieter – produzierten Fahrzeugen werden nur etwa 25% in Deutschland verkauft; von den deutschen Automobilmarken werden nur 40% an Privatpersonen verkauft oder geleast. Merke: Nur Privatpersonen kommen in den Genuss der Prämie. Somit hat die „Umwelt“-Prämie nur einen direkten Beschäftigungseffekt für deutsche Automobilhersteller von 10% (25% x 40%).

Negativ und überspitzt ausgedrückt bedeutet dies, dass die Abwrackprämie faktisch eine staatliche – bundesrepublikanische – Subvention für Importfahrzeuge bzw. nicht heimische Fahrzeuge darstellt..

Aber damit sind die langfristigen Folgen des „Abwrack“-Unsinnes noch lange nicht abgehandelt.

Denn wenn ich 2009 neben der staatlich subventionierten Abwrackprämie im Rabattwettlauf noch „Umwelt“- (VW), Durchhalte- (Opel) und Mitleidsprämien (die Premiumhersteller BMW, Mercedes und Audi) erhalte und bis zu 30 Prozent an gesamtem Preisnachlass ergattere, so werde ich mich als Käufer im Jahr 2010 schwerlich nur mit 5% Rabatten auf den Kaufpreis bescheiden. Die Margen – also Gewinnspannen – der Anbieter in Deutschland werden auf Jahre hin erheblich geschmälert. Damit auch die Möglichkeit, die Mitarbeiter an hohen Gewinnen zu beteiligen.

Und: Durch die Vorwegnahme von Ersatzbeschaffungen durch die Abwrackprämie wird der Kater nach dem Rausch der vermeintlich großartigen Verkaufszahlen im Inland gewaltig sein. Eine dicke Birne nach dem Erwachen ist für die Automobilindustrie vorprogrammiert…

Dass allgemein von strukturellen Überkapazitäten von 20-30% in Deutschland ausgegangen wird – auf gut deutsch: der Automobilsektor ist so ausgelegt, dass er 20-30% mehr Fahrzeuge bereitstellen kann als der Markt eigentlich benötigt, stört da fast schon keinen mehr!

Am Ende zahlen die Steuerzahler sich eben ihre Abwrackprämie wieder selbst – direkt und indirekt – zurück! Es lebe die bundesrepublikanische Wirtschaftspolitik!

Wahnsinn Opel Rettung ...

Nach langen Diskussionen hat sich unser Wirtschaftsminister von und zu Guttenberg dazu breit schlagen lassen, Opel mit Staatlichen Garantien bei Seite zu stehen.

Der Grund war klar: Opel sollte die Chance haben, zu überleben. Alleine ging es nicht. Mit GM ging es erst Recht nicht. Aber mit einem Österreich/Kanadischen Zulieferer und dem allgegenwertigen russischen Kapital sollte es gelingen.
Und so wurde Hr. von und zu Guttenberg schwach, hatte er ja doch zuvor gesagt, die Hilfe sollte nur "gesunden" Unternehmen zu Gute kommen. Unternehmen die diese Chance verdient haben.
Uns, denen die das Geld hierfür bereit stellen wurde suggeriert, daß gerade Opel so eine Perle
der Automobilwirtschaft ist.

Mittlerweile wird jedoch deutlich, das Opel nicht derart gesund ist -
wie man es uns glauben machen wollte.
6 Millionen Verlust, täglich, gut - in Zeiten in den Banken und Fondgesellschaften Milliarden in Tausender Bündeln verbrennen, vermutlich nicht so gewichtig - aber doch immer noch ein
Indiz für die wenig tragfähige Konzeption bei Opel.

Was soll erst passieren wenn die Nachfrage nach den günstigen Einsteiger- und Familien-Modell bei Opel nach Beendigung der Abwrackprämie einbricht?

Wieviel Verlust wird Opel dann schreiben?

Wird dann aus der Bürgschaft die endgültige Zahlungsverpflichtung für ALLE Bundesdeutschen Steuerzahler?

Es beeindruckt mich immer wieder, wie Politiker es fertig bringen, das Geld anderer derart zu verbrennen, ohne endlich für sich selbst die japanische Lösung bei Versagen an zu wenden.



Donnerstag, 21. Mai 2009

"Am Tag als der Euro kam..."

Im aktuellen "Stern" (für die unter uns, die es nicht wissen: Ein wöchentlich erscheinendes Magazin aus dem Hause Gruner + Jahr) wird von Seite 27 bis 37 in bunten Bildern ein Loblied auf die Milliardenschulden gesungen, die uns als Konjunkturpaket II verkauft werden.

Aber mit keinem Wort wird erwähnt, das dieser Euro später zurück gezahlt werden muss - 
und zwar verzinst - denn das Konjunktur-Paket besteht aus geliehenem Geld.

Der heute noch glückliche Empfänger wird später, direkt oder indirekt - zwischen 1,0 und 3,5 % mehr zurück zahlen als er heute erhalten hat.

Wow, das nenne ich mal eine tolle Nachricht!

Weiter so!

Was sind Bilderberger-Treffen und warum sollte man sie verbieten?

Es ist sehr interessant wenn man darüber nachdenkt, wie dieses "wirklich" große Spiel 
in Wahrheit funktioniert. 
Bisland dachte ich immer, unsere Welt, die Regierungen und die agierenden großen Konzerne wären so lose miteinander verbunden, daß aktuelle freie Marktpolitische und Marktwirtschaftliche Entscheidungen doch manchmal auch noch "zufällig" getroffen wird.

Wenn man jedoch über die "Bilderberger-Treffen" liest, so muss man sich  fragen,
ob nicht die "Großen und Mächtigen" der Welt ein Fall für die Kartellrechtsbehörden wären.


Doch was tun?
Wie die Lemminge weiter konsumieren, freie Nachrichten aus unabhängiger Medienhand konsumieren, ein sauberes weil gefiltertes Internet nutzen und dabei brav unter der Knechtschaft der Zins-Erfindung das Hamsterrad immer weiter in Richtung persönlichen Abgrund rollen lassen?
Alternativen? 
Ich persönliche sehe keine.


Es scheint als gäbe es gar keinen Ausweg aus diesem Hamsterrad der menschlichen Verfehlbarkeiten. Einmal gekauft, immer gekauft. 
Am Ende ist es immer eine Frage des Preises.
Die, die nicht käuflich sind, die haben keine Lobby.
Ohne Lobby - keine Meinungsbildung.
Ohne Meinungsbildung - keine gesellschaftliche Veränderung.



Mittwoch, 20. Mai 2009

Schulden - aber bitte richtig!

Und ich dachte, Theo Waigel wäre ein Versager als Finanzminister gewesen.
Und ich dachte, Hans Eichel wäre ein Versager als Finanzminister gewesen.

Aber was Peer Steinbrück uns da jetzt verkaufen will, das stellt alles in den Schatten:
47,6 Milliarden neue Schulden - noch in diesem Jahr!

Als oben drauf und noch eine Schippe mehr Schulden.
Zur Erinnerung, die Schuldenuhr steht derzeit bei:
1611 Milliarden €.

Jede Sekunde kommen knapp 2.600,-- € hinzu.

Man könnte meinen, unsere erste Garde der Bundespolitiker hat verlernt,
wie man mit Geld umgeht.
Welche Bank würde eine Privatperson so verschulden lassen?
Welcher Familienvater würde seinen Kindern eine derartige Schuldenlast aufbürgen?

Schulden?
Na klar, ist ja kein Problem von Hrn. Steinbrück.
Als Minister a.D. wird er später keine Sorgen haben - 
nein die Sorgen tragen die dann Berufstätigen mit Ihren Abgabenlasten.

Vielen Dank, meine lieben Herren (und Damen) Politiker.

Sonntag, 17. Mai 2009

Dumme Ideen werden durch mehrmalige Wiederholung nicht besser ...

Während in Berlin Menschen protestieren und Ihren Unmut gegen die Krise kund tun,
nutzen Lobbyisten und Gewerkschafter die Chance um dumme Ideen zu wiederholen und
lautstark zu fordern.

Man könnte jetzt lang darüber philosophieren - welchen Anteil Gewerkschafter und andere Arbeitsverhinderer am Unheil haben, aber das gerade der Vorsitzende der ver.di, Hr. Bsirske sich für weitere 100 Milliarden Schulden (äh, Wirtschaftspaket) ausspricht, zeigt wie wenig die "großen" Räder der Gesellschaft bisher verstanden haben, an welchem Punkt wir uns befinden.

Geld ausgeben, das nicht da ist - führt zu enormen Schulden und verursacht einen Schaden für Folge-Generationen , der nicht mehr absehbar ist.
Das drucken - von zusätzlichem Geld, lässt die Inflationsgefahr  zusehends beträchtlich steigen.

Sicher, es ist verständlich - das Menschen nun auf die Straße gehen und protestieren.
Aber gegen was?
Man schaue sich die Plakate der Menschen an:
Auf einem steht geschrieben: "Zorn".
Zorn? Auf wen?
Auf sich selbst?
Auf uns?
Die, die immer nur an sich selbst denken?
Wir - jeder einzelne trägt einen Teil der Schuld für diese Krise in sich.

Das "sich auf den Boden werfen und laut mit den Ärmen auf den Boden schlagen", mag als Kind im Supermarkt funktioniert haben.
Aber so lange sich die Proteste nicht gegen die systemrelevanten Ursachen richten und sich Protestierende durch Lobbyisten und Gewerkschafter missbrauchen lassen - 
so lange ist dieser Protest ähnlich nützlich wie ein Kleinkind das sich im Spielzeugladen auf den Boden wirft.


Dienstag, 12. Mai 2009

Jahrhunderkrise, oder Jahrhundertchance?

Eine Frage der Betrachtungs- und Denkweise,
von uns allen.




Montag, 11. Mai 2009

Wohl dem - der nichts zu verlieren hat.

260 Milliarden haben deutsche Haushalte 2008 an den Börsen verloren.

Das sagte ein Volkswirt der dt. Bank zu N-TV.

Wohl dem, der nichts mehr zu verlieren hat,
übel für den - der verloren hat.
Da wir über den Durchschnitt reden, dürfte es viele Haushalte geben,
die letztes Jahr deutlich mehr als 4.000,-- € verloren haben.

Aber hey, keine Sorge - das Geld wurde nicht verloren - 
es wurde nur umverteilt.
Vielleicht wurde ja ein kleiner Teil als Bonus an erfolgreiche Bänker ausgezahlt.
Das beruhigt doch sehr.


Nun, was tun?

Sein Geld sicher anlegen?
Klar das will jeder.
Aber welchen Sinn macht es, wenn wir den Angeboten der Banken hinterher rennen und versuchen unser Geld vor der Inflation zu schützen?
Können wir unser Geld derzeit überhaupt vor einer Inflation schützen?
Wow. 
Aber ist das nicht das Problem allen Übels?

Wenn jeder Sparer mehr Geld - durch "nichts" tun haben möchte - 
wer soll dann diese Geldmenge bereit stellen?

Wer heute weint, das er letztes Jahr viel Geld bei Geldanlagen "verloren" hat - 
darf heute nichts mehr "anlegen".
Wer dieses Spiel jedoch weiter mit spielt - hat jeden Verlust "verdient".

Samstag, 9. Mai 2009

NY Times - Bericht über negative Zinsen

Selbst die Times erkennt den Fehler:

Zitat

Jetzt endlich habe ich erkannt, dass nicht das Wirtschaftswachstum den Zinseswahnsinn erzeugt, sondern dass der Zins die einzige wahre und wirkliche Ursache dafür ist, dass die Welt dem Wahnsinn des ewigen Wachstums verfallen ist.
Konrad Lorenz (*1903, †1989), österr. Verhaltensforscher, Medizin-Nobelpreis 1973

Zinsen sorgen für Armut!

Wer heute noch denkt, sein Geld würde gutes tun, wenn es auf der Bank liegt, der sollte eventuell nochmal gründlicher nachdenken.

Mittlerweile gibt es immer öfters Menschen, die ganz offen ihre Gedanken zum Thema Zinsen und Wirtschaftspolitik äussern. 
Darunter auch Jürgen Kremer, Dr. der Mathematik.

Meine Meinung:

Was besagt denn die Logik, wenn ich mich frage - woher ich die Zinsen, die mein geliehenes Geld mich kostet, bekomme?
Einfach nur nachdenken.

Die kann ich nur aufbringen in dem ich mehr erwirtschafte.
Also, Wachstum.

Man muss kein BWL-Student sein oder ein Wirtschaftsweißer um zu verstehen,
daß unter "ständigem" Wachstum irgendwas leiden muss.

Ich denke wir sind uns einig, daß die Vielzahl der Rohstoffe dieser Erde endlich sind.
Auch die Arbeitsleistung eines Menschen ist endlich.
Sowohl in Qualität also auch Quantität sind Grenzen zu beachten.

Wenn man nun davon ausgeht, das es möglich und richtig sein soll, daß man vom gemeinschaftlich akzeptierten Tauschmittel (das ist Geld) einfach nur durch "auf die Bank bringen" mehr erhält, der hat das oben genannte nicht verstanden.
Geld kann sich nicht vermehren, Zinsen sind somit ein Macht- und Werkzeugmittel derer die mehr Geld haben, gegenüber denen die kein Geld haben.

Was kann man nun ändern?
Die Banken abschaffen?

Nun, auch wenn es aktuell sicher fast schon legitim ist, den einen oder anderen Strick für Bänker zu knüpfen, so muss man sich doch eingestehen, daß es in einer Welt - so global und vernetzt wie diese eben ist, man nicht ohne Banken - respektive Organe und Instrumente auskommt, die zwischen den Märkten vermitteln.

Und doch.
Man könnte Zinsen verbieten.

Welche Auswirkungen hätte dies?

Die Menschen fragen sich: Warum soll ich Geld "verleihen"?
Die Antwort könnte lauten, weil sich Dein Steuersatz daran orientiert, wie viel Du von Deinem privaten Barvermögens - dem Geldkreislauf zur Verfügung stellst. (Auf die Bank bringst)
(In Abhängigkeit einer Relation von Einkommen und Besitztums.)

Nun könnte man fragen: Warum sollen Banken, noch Banken sein?
Gut, von mir aus können die Banken der Meinung sein, diese Spiel nicht zu spielen.
Dann werden Sie geschlossen und der Staat übernimmt diese Funktion.
Geld leihen geht noch immer, aber anstelle von Zinsen zahlt man eine Gebühr. Einmalig.
Der Staat könnte sogleich, als "Bank" aller Bürger, Abschied davon nehmen, sich bei anderen Ländern verschulden zu müssen.


Also, keine Zinsen mehr.
Schaffung einer Kreditbörse (kreditebay) - bei der private Menschen oder Gruppen - Kredite anbieten. Diese stehen im Wettbewerb um eine möglichts effiziente Gebührenstruktur zu erhalten.
Der Kreditgeber wiederum kann nachweisen, wieviel er seines Barvermögens dem Geldkreislauf zur Verfügung gestellt hat und erhält hierfür eine relative Gutschrift auf zu zahlende Steuern.
__________________
Ein netter Film, der die Probleme erklärt:

Donnerstag, 7. Mai 2009

"Und kost' Benzin auch 3 Mark 20 ... "

"Und kost Benzin auch 3 Mark 10, Scheiß Egal - es wird schon gehn..."

Erinnern Sie sich noch?
Da gab es mal einen Hellseher der genau das vorhergesehn hat.

3 Mark 10 - für alle die es bereits vergessen haben, die D-Mark war mal eine starke Währung,
aber - warum auch immer - wir haben die gute D-Mark gegen den Euro getauscht.

Damals wurde 1 zu 1,9xx getauscht, was wiederum bedeutet: 3 Mark 10 waren nur noch 1 € 58.
Hört sich gut an?

Damals, als Markus seinen Hit "Ich gebe Gas, ich will Spass" textete, da glaubte er vermutlich daran, das seine Androhung von 3 Mark 10 als böße Satire sofort erkannt wird.

Heute kann da niemand mehr darüber lachen.

Wir erinnern uns alle noch an den Sommer letzten Jahres, die Wirtschaftskrise war noch ein US-Problem und die in Deutschland vertretenen Mineral-Öl Unternehmen hatten zufälligerweise alle ähnliche Preise in der Region von ca 1,518 €.

In D-Mark wären das unglaubliche 2,96 DM gewesen.
Ob Markus da auch noch 3,10 als Provokation gewählt hätte?

Wer hätte zu D-Mark Zeiten gedacht, das wir jemals knapp 3 Mark für einen Liter Sprit bezahlen? Okay, man kann jetzt sagen: "Seid froh, das die Autos nicht mit Wies'n-Bier laufen", dann wäre es noch teurer und inflationärer. 

Aber der hohe Benzinpreis, der hatte ja seinen Grund:
Wir haben es alle erfahren, die Ölvorräte sind endlich und darum ist die Suppe so teuer.
Der Liter Sprit an der Tankstelle besteht in seiner Grundsubstanz aus Rohöl und die wird an den Börsen in großen Mengen gehandelt.
Jedem ist klar: Einkaufspreise und Verkaufspreise, die stehen in einem klaren Zusammenhang. Niemand wird die Suppe billiger verkaufen, als die Zutaten zusammen kosten.

Als also das Öl noch knapp war, vor der großen Flaute - die eigentlich ja nur ein US-Problem war - da war das Verhältnis:
Mit einem einfachen Dreisatz nähern wir uns mal den Grundkosten pro Liter Schipirit:
159l / 144 US-$ = 1,104 $ je Liter Rohöl.
Zum damaligen Zeitpunkt lag der Dollar bei etwa 1,50, was konkret bedeutet:
Der Liter Rohöl kostete ca 75 €-Cent!

Die Differenz, 1,518 Verkaufspreis und ,75cent Beschaffungspreis für das Rohmaterial 
ergibt somit ~0,76 cent pro Liter.

Bestimmt realistisch. Man denke nur an die vielen Tankstellen, die nur noch durch den Verkauf von Brötchen und Zeitungen am Sonntag überlebensfähig sind.

Wie sieht es heute aus?
Der Barrel kostet heute:
Ja - man bekommt dafür immernoch 159l Rohöl - und obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft, die Ölvorräte also vermutlich nicht größer wurden, sondern - seitdem letzten Jahr sind ca 85 Millionen Barrel tägl. - in 10 Monaten also um die 25.500 Millionen Barrel ( ja, das sind 4.054.500.000.000 l gewesen)  gefördert worden.
Also, obwohl die Uhr nicht rückwärts läuft und wir es geschafft haben die unglaubliche Zahl von 4.054.500.000.000l aus der Erde zu fördern - wurde der Rohölpreis fast gedrittelt.

Ist das nicht unglaublich?

Lassen wir alle Verschwörungstheorien und Kartellrechtlichen Bedenken mal aussen vor und denken wir lieber an die Arbeitsplätze bei Mineral-Öl Unternehmen und den Tankstellen und rechnen mal durch, was wir - in der Zeit der größten Wirtschaftskrise seit den 1930ern - heute für den Sprit bezahlen.

159l zu 56 US-$ = 35 US-Cent je Liter Rohöl.
Ja, mir kommen auch die Tränen, wenn ich an die Scheichs denke, die vermutlich nicht mehr in der Lage sind, den 12.ten Rolls-Royce voll zu tanken.

Nun bedenken wir noch, was der Dollar heute kostet (war ja mal eine tolle Leitwährung, heute isses einen Leidwährung - mist das mit den Häusern...) 
Der Liter Rohöl zu 35 cent kostet somit aktuell in Euro: 0,26 cent.

1 Liter Rohöl = 26 Euro Cent.

Wow - heute in der Krise, in Zeiten gesunkener Nachfrage und geschwundener Kaufkraft,
beträgt die Differenz zwischen Verkaufspreis und Beschaffungskosten je Liter: 1,049€

Heute, in der Krise 1,049 €
Damals, vor der Krise, als Öl "knapp" wurde: 0,76 €


Sagt mal?






WER verarscht hier eigentlich WEN?



Dienstag, 28. April 2009

Meinung aus der Auto, Motor und Sport.

Ich habe einen Beitrag im Forum von auto, motor und sport geschrieben, aufgrund eines Beitrages zum Thema Abwrackprämie:

Sehr geehrte Fr. Brigitte Haschek,

wie sagt man so schön? Meinungen sind wie "Ar*zensiert*er" - jeder hat eines.

Aber das jemand, der mit der Materie doch eigentlich betraut sein sollte, derart daneben liegt,
das hätte ich nicht gedacht. 

Sie halten die Abwrackprämie für eine gute Sache. Bitte. Ja, es herrscht Meinungsfreiheit und wie Voltaire schon sagte: "Ich mag verdammen was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen das Du es darfst!"

Nun bin ich nicht Voltaire, drum sei mir gestattet ein paar Anmerkungen zu Ihrer in Heft 10/2009 
auf Seite 32 abgedruckten Meinung zu sagen.
(btw. Ich bin ja froh, wenn statt Werbung auch lesenswertes in der ams gedruckt wird!)

"190.000 Menschen arbeiten im Autohandel"
Das ist die Leitkeule Ihres Beitrages und damit wird kräftig geschwungen.
Haben Sie sich mal überlegt, was "Gesellschaft" wirklich bedeutet? 
Haben diese 190.000 Angestellte anderer oder mehr Rechte als alle anderen Beitrags- und Steuerzahler des Landes? 
Die Abwrackprämie ist eine einseitige, kurzfristige, wahltaktische Fehlentscheidung - mit deren Geld - wir reden über 5 Mrd. € - auch sinnvolles hätte gemacht werden können.

Wie Sie richtig anmerken, macht der Staat dabei nicht wirklich einen großen Verlust, denn das was er uns zuvor "großzügig" schenkt, nimmt er sich hinter wieder, je nach Kaufpreis des KFZ selbstverständlich zurück! 
Und doch ist es nicht nur diese Verarschung, die wohl nur wenigen bewusst ist, nein es ist die Tatsache die meine Oma schon immer zu mir sagte: "Bub, gib nur aus was Du hast und jeden Pfennig nur einmal!".

Ja ich denke, es wäre schön gewesen wenn die komplette Regierungsbank mal meine Oma kennen gelernt hätte, das hätte eventuell geholfen. 
Denn das Geld - Pardon - die Schulden die gemacht werden, werden nun für die falschen Dinge ausgegeben und damit kann man bewusst sagen, es ist falsch was geschieht! Nicht nur das Schulden gemacht werden, denn das Geld ist ja bereits für die sinnbefreite Abwrackprämie verbrannt, nein - man macht die Schulden auch noch völlig sinnbefreit.

Wer wird, in Zeiten der Krise und des Arbeitsplatzverlustes - ja nicht nur Arbeitnehmer im Automobilgewerbe können und verlieren derzeit ihre Jobs - wer also wird - arbeitslos neue Autos kaufen?
Wer soll sich nach Ablauf der Aktion noch für ein neues Auto verschulden?

Denn das darf nicht vergessen werden.
Es gibt einen nicht unerheblichen Prozent-Satz an selbsternannten Schnäppchenjägern, die denken - wenn Papa Staat 2.500€ dazu schenkt, dann ist doch jetzt der richtige Zeitpunkt um ein neues Auto zu kaufen. Auch wenn ich das Geld nicht habe. Die Bank leiht es mir ja. Und die Autobanken haben nur einen Sinn: Absatz der eigenen Herstellermarke zu generieren. So überschlagen sich derzeit die Herstellerbanken mit tollen Angeboten. Aber eines wird dabei nur allzu schnell vergessen: Meine Oma, bzw. das, was sie damals schon sagte: Gib nicht mehr aus, als du hast.

Man wird heute schon sagen können, daß es Bundesbürger geben wird, für die war die Abwrack-Prämie eine Beihilfe zur Verschuldung. Toll!


An die kleinen Werkstätten und Sevice-Betriebe die Kundschaft verlieren werden und an die sinnlose Vernichtung von automobilen Werten (Ein Auto im Wert von 5.000 DM iist doch nicht Schrott!!!!)
will ich jetzt gar nicht mehr erinnern.

Ich fürchte, für die, die noch nicht verstanden haben, an welchem Punkt wir uns befinden,
ist jede Diskussion sinnlos.

..mehr unter: http://bull-shit-bingo.blogspot.com/

Sonntag, 26. April 2009

50 Milliarden neue Verschuldung

Die Bundesregierung geht davon aus, daß wir nächstes Jahr als Staat,
wir als Gemeinschaft uns mit 50 Milliarden neu verschulden werden.

50 000 000 000,--€
Neue Verschuldung.

Bei aktuell etwa 82 Millionen Bundesbürgern,
ergibt das eine Verschuldung im nächsten Jahr von pro Kopf 609,-- €

Also, völlig ungefragt - nimmt man auch in meinem und Ihrem Namen einen Kredit auf
und leiht sich nochmals gute 600,-- €.

Okay wird da mancher sagen, 600,--€ ist doch wirklich nicht die Welt.

Richtig,
aber in Verbindung mit der aktuellen Staatsverschuldung von ca. 1.600 Milliarden
ergibt das schon eine Verschuldung von pro Kopf von knapp 20.000€.

Das bedeutet, jeder von Ihnen - auch die Alten, die Greise und Babys sind mit 20.000 € in der Schuldenlast! 

Und dank des völlig pervertierten Zins-Systemes kommen jede Sekunde knapp 5.000 € dazu! 

Den einzigen möglichen ewigen Wachstum haben wir wohl in der Schuldenlast gefunden. 

Man sollte sich vor Augen führen, was diese Zahlen bedeutet:
Das Zinssystem ist kein Fehler im System, Schuldzinsen sind perverse Methoden zur 
Schaffung von unethischen und unmoralischen Abhängigkeitsverhältnissen.


Stoppt diesen Wahnsinn!



Freitag, 24. April 2009

Den "Fontanelli-Tag" verpasst ...

Ojeh, ich habe gestern - 
und das obwohl ich dieses Buch mehrmals gelesen habe -
den "Fontanelli-Tag" verpasst.

Ja - sicher - 
es gibt derzeit ja soviel wichtigeres:

...und ganz sicher noch die Frei-SMS die T-Handy-Mobile Kunden am kommenden Sonntag
als Ersatz für vergangenen Telefonie Freuden erhalten.


Was ist dieser Fontanelli-Tag den nun? Für alle die, die nicht den Links im Text folgen wollen, erkläre ich es kurz: Fontanelli - John Salvatore Fontanelli trat am 23.04.1995, in New York, ein Milliarden Erbe an. Um genau zu sein: Eine Billionen Dollar. 
Heute kann er froh sein, das es 1995 war, den wer weiß was nach der Finanzkrise aktuell noch da wäre. 

Fontanelli trifft diese "Aufgabe" in einem Roman von Andreas Eschbach.

Dieser Roman in einer meiner absoluten Lieblingsromane geworden, vermutlich weil 
es eine so phantastische Geschichte ist, die zugleich ohne erhobenen Zeigefinger erklärt, 
was für ein riesiger Fehler unser aktuelles Zins-System darstellt.

Aber warum nun dieser Eintrag?

Weil ich auf einen Beitrag von Eschbach hinweisen will, der mehr als lesenwert ist - 
er gehört kopiert und in jeder Schul-Aula verteilt. In der Hoffnung das kommende Generationen von BWL-Studenten und Bänker-Lehrlingen weniger Hirnverbrannt handeln.
In der Hoffnung auf eine Lobbyfreie Politik der sinnvollen Entscheidungen und Maßnahmen.

Träumen wird man dürfen, oder?


Weshalb die Abwrackprämie "Bullshit" ist...

Ich bin sicherlich kein Freund der Partei der Grünen, aber dieses mal muss ich Fr. Künast Recht geben. Was der Kreisverband der Grünen in Düren die Sachlage in diesem Fall zusammen fasst, ist richtig.

Zitat:
Renate Künast: "Das ist das teuerste Wahlgeschenk der Geschichte."
die große Mehrheit der Experten (z.B. die Wirtschaftsweisen und Professoren etc.) kritisieren dies Maßnahme stark.
Denn die Prämie ist ökonomischer Unfug, weil viele ohnehin geplante Neuanschaffungen nun vorgezogen werden. Es gibt also einen riesigen Mitnahmeeffekt und nach Auslaufen der Prämie wird der Neuwagenmarkt dramatisch einbrechen. Auch werden kaum neue Autos produziert, sondern überwiegend die auf Halde stehenden Fahrzeuge abverkauft. Das nutzt dem Autohandel, der zudem höhere Gewinne pro Fahrzeug macht, da er keine Rabatte mehr machen muss, aber nicht den Beschäftigten in der Automobilindustrie, schon gar nicht den Herstellern von Premium-Fahrzeugen, die von der Prämie kaum profitieren. Ausländische Hersteller konnten ihren Marktanteil seit Beginn der Abwrackprämie hingegen deutlich steigern, teilweise mit dreistelligen Zuwächsen. Die schon gestoppten Bänder bei Dacia in Rumänien wurden wegen der deutschen Abwrackprämie jedenfalls wieder angeworfen. Kein Wunder, dass der Verband der ausländischen Automobilhersteller schon seit Jahren für eine Abwrackprämie geworben hatte.
Alle Gelder, die in den Autokauf fließen, können auch nicht für andere Ausgaben verwendet werden! Alle anderen Wirtschaftszweige schimpfen deshalb ebenfalls über die Prämie.


Stoppt die Abwrack-Prämie!