Montag, 28. September 2009

AUUUUS, AUUUUUS, das Spiel ist aus.

So oder ähnlich könnte man heute früh über die Politik denken, wenn man nicht schwarz/blau/gelbe Kreuzchen gemacht hat.
Bei uns im Wahllokal waren sogar die Bleistifte blau, aber geholfen hat es der CSU nicht.

Da stehen wir also nun vor einer Regierung die gerade mal von einem Drittel der Deutschen gewählt wurde.

Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es haben in etwa so viele Menschen nicht gewählt, wie die, die unsere nun neuen Regierung das Vertrauen ausgesprochen haben.

Union und FDP feiern jedoch einen Wahlsieg.
Ich frage, wo ist der Sieg?

Wenn ein Land zu 1/3 aus einer Bevölkerung besteht, die nicht mehr motiverbar ist, Ihre Stimme ab zu geben, dann läuft doch etwas falsch.
Wenn sich 100% der Wahlberechtigten von einer Regierung führen lassen muss, die gerade mal von 30% der Wähler gewählt wurde, dann läuft doch etwas falsch.

Was können wir ändern?

Sonntag, 27. September 2009

Links-Wähler?

Pragmatismus = Links wählen.


Oder die Geschichte wie man zum Links-Wähler wird.


Seit 16 Jahren darf ich zur Wahl gehen und meine Stimme abgeben. Eine tolle Möglichkeit, das eigene Wohl und das des ganzen Volkes mit zu bestimmen.


So dachte ich wirklich - lange Jahre.


Natürlich, als Nordbayer der immer in südhessischen Schulen „gebildet“ wurde, war ich lange bevor ich das erste mal wählen durfte, eher schon mit „links“ bis „links-liberalem“ Gedankengut bestückt worden. So war es keine Überraschung, daß ich bei meiner ersten Wahl die SPD wählte.

Später, als Beschäftigter in Bayern, wurde mein Weltbild konservativer. Nicht konservativ genug um die CSU zu wählen, aber doch konservativ genug um mein politisches Weltbild zu verändern. Die Union war nicht mehr die Partei non-grata, teilweise war es in meinen Augen richtig was dort gemacht wurde. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß und bitte, haltet alle Veränderungen von uns fern, so dachte ich.


Als ich selbständig wurde, war ich kurz davor die CSU zu wählen. Zum Glück konnte ich mich eher mit dem Programm der FDP identifizieren und auch ein unbequemer Mensch wie Möllemann sorgte für mein Interesse. So wählte ich beim zweiten Mal die FDP.


Kanzler Schröder war ein Mensch, dem ich verzieh bei der SPD zu sein - und ich war mit seiner Art Mensch und Politiker zu sein, zufrieden. Leider hatte er es bei der letzten Wahl am Abend selbst verzockt, als er lustig, aber völlig daneben & überheblich war.


Die SPD verkaufte Ideale und Ziele und bildete, des Machterhaltungstriebes wegen eine große Koalition. Ich war wieder Angestellter und wünschte mir stabile Verhältnisse und eine Regierung die gemeinsam Entscheidung trifft und etwas bewegen kann, ohne ständig von der Opposition ausgebremst zu werden.


Die große Koalition, sah also auch ich, als „das kleinere Übel“ an.


Heute bin ich auf Arbeitssuche, eine Arbeit die Berufung und nicht Beschäftigung ist. Eine Aufgabe die Menschen fordert und nicht Armut auf Lohnsteuerkarte verspricht. Als ehemalige Führungskraft kenne ich das Dilemma zwischen guter Arbeitsleistung und schlecht bezahlten Mitarbeitern.

Ich selbst habe es akzeptiert, daß meine Kassenkräfte nur auf 400€ Jobs angestellt werden. Das ganze im passenden Rahmen von 5,65€ Stundenlohn. Ich kannte das Budget meiner Filiale und ich kannte das Credo der Geschäftsleitung und habe erfolgreich Menschen dazu ausgebeutet in der Herde für unchristliche Löhne ihr Bestes zu geben. Und das nicht im Osten unseres Landes, dort wo die im Wahlkampf oft benannte Friseuse zuhause ist, sondern in einem Speckgürtel der Industrielandschaft in Nordbayern.


Heute suche ich, ein Fehler meinerseits führte dazu, selbst eine neue Aufgabe. Früher habe ich 3 Bewerbungen geschrieben, 2 Vorstellungsgespräche geführt und mich dann für die interessantere Aufgabe entschieden. Heute suche ich über 1 Jahr und habe erlebt wie sich Menschen fühlen, die in der Position des Suchenden die Kompromisse der Bosse akzeptieren müssen. Es ist menschenverachtend und eine Schande für ein Land wie unseres, mit Menschen so zum zu gehen.


Heute kenne ich die Seite desjenigen der auf Ämtern zu einem Bittsteller wird. Ich habe es kennengelernt das Hartz4-Lebensgefühl. Kein Urlaub in Florida, statt dessen die Frage wie leiste ich mir die Anfahrt zum nächsten Vorstellungsgespräch? Mir ist die Mitnahme Mentalität wie sie von großen Industrie- und Bankenführern bei Ihrem oftmals unfreiwilligem Abgang vorgelebt wird, ebenso fremd – wie die schlecht kopierte Variante vieler Menschen die Sinn und Aufgabe verloren haben und von unserem Sozialstatt vor dem verhungern gerettet werden.


Heute stehe ich mit meinem Weltbild vor der Wahl.


SPD? CDU/CSU? FDP? Grüne?


Und die Antwort lautet: Nein. Keine diese Parteien ist mehr wählbar für mich.


Dafür gibt es die o.g. Gründe und Gründe wie die Beschneidung der Freiheits- und Informationsrechte. Die große Koalition hat erfolgreich das Profil der eigenen Partei verloren. Wie Huren haben sich führende Politiker verkauft um sich krampfhaft an Posten fest zu halten.


FDP kann man nicht wählen, wenn man hört wie Hr. Westerwelle Menschen wie „mich“ derzeit sieht. Ich bin kein Bittsteller. Ich habe jahrelang den Höchstsatz in die sozialen Sicherungssysteme eingezahlt und nun, nach Pech und falschen Entscheidungen läßt man mich nach 12 Monaten in die Abgründe von Hartz4 und Lidl-Sonderposten-Käufer abrutschen. Sorry. Ich möchte arbeiten. Aber 99% meiner Ansprechpartner wollen niemanden auf eine freie Stelle einstellen, für die ich überqualifiziert bin. So bekommt ein ehemaliger Fil.-Leiter nicht mal die Aufgabe als Kassierer an einer Tankstelle.


Grüne? Nein, sorry – ich wähle keine Partei deren Vertreter einerseits empfehlen, japanische Autos zu kaufen und anderseits sich anhören wie Hubertus Judokus Quak. Tut mir leid. Natürlich ist es bei den Grünen wie bei der SPD. Die Partei hat sich verkauft. Ideale und Ziele aufgegeben um Macht zu erlangen. Wer erinnert sich noch an Turnschuh-Joschka? Ob er bei BMW nun auch mit Turnschuhen auftritt? Ob er dem Vorstand ein gepflegtes „Arschloch“ entgegenwirft wenn Bullshit verzapft wird? Ich bezweifle es.


Was bleibt?

Die Linke und die Piratenpartei.


Und diese beiden erhalten meine Stimme. Zum einen weil ich den Zusammenhang zwischen Lafontaine und SED nicht erkennen kann und zum anderen, weil ein soziales Gleichgewicht für die etablierten Parteien benötigt wird.


Die Piraten? Belächelt. Nicht ernst genommen. Mit unvollständigem Programm. Genau deswegen!


Und so wird man zum „linken“ Wähler. Es hat vieler Erfahrungen bedurft. Es hat vieler Richtungswechsel der „ehemals großen Parteien“ bedurft. Aber es hat vor allem der Erfahrung bedurft, wie unsere Gesellschaft miteinander umgeht. Wie man versucht mit unglaublich dämlichen Argumenten die Rechte und Freiheiten aller ein zu schränken.


Danke meine großen Parteien, Ihr habt es mir ermöglicht über den eigenen Schatten zu springen und zum ersten Mal Parteien mit leicht radikalem Atem zu wählen.


P.S.: An alle zukünftigen Arbeitgeber, die bei der Internet-Recherche Ihres Personalbüros, über mich als möglichen Bewerber stolpern. Wenn Euch Ehrlichkeit, Offenheit, Ethik und Moral schon heute stört und Ihr denkt, Politik wäre ein Thema weswegen man Menschen aussiebt, so bedanke ich mich ausdrücklich für Eure Vorbereitung und freue mich auf die Rücksendung meiner Unterlagen. Nichts ist ätzender, als zu spät fest zu stellen, daß man den falschen Partner gewählt hat.

Donnerstag, 24. September 2009

Wahlkrampfzeit

Der spannende Wahlkrampf hält einen in Atem und zugleich davon ab, sich wie gewohnt um den eigenen Blog zu kümmern.
Es ist aber auch wie verhext, kaum sind ein paar Milliarden verbrannt, oder umverteilt - schon geht die Weltwirtschaftskrise überall zu Ende. Auf jeden Fall, so lange Wahlkampf ist.

Klar, wer macht schon gerne mit ehrlichen oder gar mit negativen Themen Wahlkampf?
Das wissen unsere Polit-Profis natürlich und versprechen munter, was der deutsche Wahlmichel so hören will. Steuersenkungen, na klar. Millionen neue Job, aber sicher. Freiheit für alle, ist gebongt.

Tja, es scheint so als wäre der Mensch, der Deutsche mal als Vorbild (wie so oft) einfach nicht in der Lage, die Wahrheit zu vertragen.
Keine Partei kann Steuererhöhungen vermeiden, will sie die Krise nicht nur auf andere Generationen verschieben. Vom Schulden machen ist noch keiner reich geworden. Wie soll das in einer sozialen Marktwirtschaft dann funktionieren?

Und natürlich werden wir Millionen neue Jobs bekommen, wenn wir nur die richtige Partei wählen. Besonders nett finde ich da die Grünen: 1 Millionen Jobs in den Bereichen neue Energien, Gebäudesanierung, Umwelt (!), Gesundheit, Pflege und natürlich - dem politischen Lieblingsthema aller Parteien: Der Bildung.

Wie kann es sein, daß alle Parteien die Bildung als höchstes Gut ansehen, zugleich aber, egal in welcher Konstellation, dafür sorgen, daß Bildung selektiv erfolgt? Na gut, soll heute nicht das Thema sein.
Millionen neue Jobs in den Bereichen "neue Energien" und "Gebäude-Sanierungen". Oh ja, ich verstehe. So eine Solar-Thermik-Anlage und eine Solarstrom-Anlage auf meinem Hausdach, das hätte ich auch gerne. Aber dafür sich selbst verschulden? Zinsen an abgehobene und raffgierige Bänker abdrücken? Nein, sicher nicht. Woher also soll die Nachfrage kommen?
Subventionen? Ohne Steuererhöhungen?

Jede Krise hat ein Ende.
Die von Hrn. Tauss noch nicht, doch sie läuft schon eine Weile.
Ich kann nicht verurteilen, äh, beurteilen ob Hr. Tauss ein pädophiler kranker Mensch ist,
der sich unter dem wunderbaren Deckmantel der politischen Arbeit mit seiner Droge versorgt hat, oder ob er wirklich der Ritter Don Quiote ist, der gegen Kinderpornographie kämpfen will.
Warum ist das eigentlich notwendig? Unsere Familienministerin und der Rest der regierenden Bagage sorgt doch in gerade zu anrührender art und Weise für unsere Sicherheit. Sicher wird man bald jeden Gewaltverbrecher mit Stop-Schildern von U-Bahnhöfen fern halten. So funktioniert es ja auch im Internet. Oder sollte? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher.
An dieser Stelle, der notwendige Film-Tipp: http://rettedeinefreiheit.de/

Auf jedenfall hat Hr. Tauss die Seiten gewechselt, nach dem ihn seine alten Freunde wohl nicht mehr lieb haben. Okay, ich bin mir sicher, es gibt in jeder Partei kranke Menschen, aber das Bürgertum verlangt die Ächtung von Menschen die einer Straftat beschuldigt werden.
Trotz der Unschuldsvermutung.

Also, Hr. Tauss ist nun ein Pirat.
Eigentlich ja schön, ein Pirat mehr. Ein Kämpfer gegen sinnlose Zensurversuche im Netz mehr.
Ein Politiker mehr, der die Zeichen der Zeit erkennt und versucht, Freiheit richtig zu buchstabieren.
Aber was passiert wenn Tauss ein kleiner Pädophiler Drecksack ist?
Was, wenn heraus kommt - das er wirklich auf den sexuellen Mißbrauch von kleinen Jungs steht? Das könnte der Todes-Stoß der Piratenpartei sein.
Einen amtlichen Päderasten in den eigenen Reihen ein zu gliedern, würde für die Piratenpartei
das politische AUS bedeuteten, noch bevor man sich warm gelaufen hat.

Okay, ich bin nicht in der Piratenpartei - meine Sorge soll es nicht sein.

Ich sorge mich da eher um das Berliner Trinkwasser. Denn so wie ich gestern bei Plasberg
die Sekretäre der großen Parteien erlebt habe, scheint im Berliner Trinkwasser eine Bewusstseins verändernde Droge beigemischt zu werden.
Besonders Hr. Heil scheint ein großer Fan dieses Trinkwassers zu sein. Eine derart unreife Show im TV hat zuletzt Hr. Schröder abgeliefert, aber da war es wenigstens unterhaltsam.

Unterhaltsam ist auch die Geschichte um Opel.
Nun, da es scheint, daß die Russen das KnowHow bekommen, lassen sie zusammen mit
dem Partner Magna die Katze aus dem Sack.
Wer hat eigentlich gedacht, ein Konsortium aus Österreichern und Russen würde sich auch nur im geringsten darum scheren, was mit deutschen Arbeitsplätzen passiert?

Täglich werden die Zahlen der "wegfallenden" Stellen nach oben korrigiert.
Und dafür der ganze Engagement unserer (vermutlich nicht) scheidenden Regierung?
Wenigstens den Flug nach USA hätten wir zu Guttenberg ersparen können. Was der Jetlag aus ihm machte, sahen wir ja auf den Time-Square-Bildern.

Abgesehen davon, wäre von Guttenberg sicher mal ein guter Kanzler. Ruhig, eloquent und mit der nötigen Distanz der oberen Zehntausend von Natur aus ausgestattet.
Schade daß die Verbindung seiner Frau zu Zensursula ein positives Bild dann jedoch völlig vereitelt.


Hoffen wir auf die Lösung, nach der Wahl. Wenn eines in diesem Land sicher ist,
dann ist es die Rente, äh, ich meinte die Diäten.



Fakten, Quellen und Nachweise finden sich wie immer im Internet ;)

Freitag, 11. September 2009

So schmeckt die Gier.

Es gibt Dokus, die sollte jeder Mensch sehen. Und weil wir oftmals völlig lernressistent sind, am besten wenigstens 2x im Jahr. Eventuell würde sich die Situation dann ändern.
Da es genug Rezessionen über den Film gibt, eine hier die am besten den Film beschreibt:


"We feed the World"

Das schmeckt nach Gier

Von Oliver Voß

Eine Doku, die auf den Magen schlägt - und dennoch Zuschauer begeistert: Der österreichische Filmemacher Erwin Wagenhofer hat sich in "We Feed the World" die globalen Produktionsverhältnisse von Nahrungsmitteln vorgeknöpft und ein Menü aus Zynismus, Gier und Ignoranz entdeckt.


Wenn wieder einmal Gammelfleisch im Supermarktregal gefunden wurde oder die Pestizidbelastung von Gemüse die zulässigen Grenzwerte überschreitet, ahnt man für einen Moment, was täglich auf den Tellern landet. Beim nächsten Einkauf wird dann zur Biotomate gegriffen, doch so schnell, wie die Lebensmittelskandale aus den Medien verschwinden, geht man wieder zur Tageskarte der Billigangebote über.


Geht es ums Essen, sind die Deutschen geizig: Beim Anteil des Einkommens, der für Nahrungsmittel ausgegeben wird, gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Das ist auch der Discountkultur und den geringen Preisen für Lebensmittel geschuldet. Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer hat sich dieses Menü aus wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren vorgeknöpft, wobei ihn weniger die großen Skandale als die schwer verdaulichen Details der Produktionsbedingungen interessieren.

Zu Beginn von "We feed the world - Essen global" wird der Zuschauer mit dem alltäglichen Wahnsinn der Überflussgesellschaft konfrontiert: Ein Lastwagen schüttet einen Berg Brot aus. Täglich wird in Wien so viel Brot vernichtet wie Graz verbraucht. Ein Viertel des Restmülls in der österreichischen Hauptstadt besteht aus unverbrauchten Lebensmitteln. Eigentlich will man von solchen Dingen genauso wenig wissen, wie über die genauen Inhaltsstoffe des schnell verschlungenen Pausen-Snacks. Daher ist es erstaunlich, dass die Dokumentation in Österreich zum Kassenschlager wurde, mit mehr Zuschauern als "Fahrenheit 9/11".

Im Gegensatz zu Michael Moore oder der Burgerdiät-Dokumentation "Super Size Me" verzichtet Wagenhofer jedoch auf Polemik. Stattdessen lässt er Fakten und Bilder für sich sprechen. Dabei sind Aufnahmen von Massentierhaltung eigentlich nichts Neues. Wenn aber Küken gleich kistenweise in die Aufzuchtstationen gekippt werden, zeigt sich der Kapitalismus von seiner unappetitlichsten Seite. Ähnlich beklemmend: die Luftbilder von Südspanien, wo die Gegend um Almeria flächendeckend mit Gewächshäusern zugepflastert ist, oder der brennende Mais, mit dem Fernwärme produziert wird.

Mangel im Überfluss

"We Feed the World" bezieht seine kritische Wirkung vor allem von den Produzenten selber, die ausgiebig zu Wort kommen. Zynismus gibt den Ton an bei ihrer Selbstdarstellung: So begeistert sich der Produktionsleiter eines der größten Saatgutkonzerne für die Ursprünglichkeit der rumänischen Landwirtschaft. Er lobt den Geschmack schrumpeliger Auberginen, die man so in Österreich nicht mehr finde, und sagt dann: "Wir haben den Westen runtergewirtschaftet, jetzt gehen wir nach Rumänien und versauen dort die Landwirtschaft."

"Den Handel interessiert der Preis, Geschmack ist kein Kriterium", erklärt ein Geflügelzüchter. Für viele Verbraucher gilt das auch. Doch in den letzten Jahren zeichnet sich ein Bewusstseinswandel ab. Bioprodukte erobern inzwischen auch die Regale der Discounter; der langjährige Greenpeace-Chef leitet die Organisation "Foodwatch"; Köche werden zu Popstars. "Kochen ist der heißeste Trend, der momentan abgeht", sagt Rap-Mogul P.Diddy, der in den USA gerade ein Promi-Kochduell fürs Fernsehen produziert.

WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL
(ÖSTERREICH 2005)

Regie: Erwin Wagenhofer
Produktion: Allmedia
Verleih: Delphi
Länge: 105 Minuten
Start: 27. April 2006

Offizielle Website

Der Film passt also zum Zeitgeist, quasi als Negativ des romantischen Bildes von der natürlich-geschmackvollen Ernährung. Denn während Lifestyle-Magazine Kochkurse und Edelpfannen zu den neuen Statussymbolen erklären, macht Wagenhofer vor allem auf die Schattenseiten der Entwicklung aufmerksam: den Mangel im Überfluss.

Bestes Beispiel: Während Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, beklagt, dass jeden Tag tausende Menschen an Hunger sterben, hat Nestlé einen neuen Markt entdeckt. "Wasser ist ein Lebensmittel, und so wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben", sagt der Chef des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers, Peter Brabeck.

Ausgerechnet ihn überkommt beim Anblick der eigenen Produktfülle eine kulturkritische Wallung: "Wir haben alles, was wir wollen und sind trotzdem psychisch in einer Trauerstimmung". Zum Heulen, so viel Koketterie. Und ziemlich unappetitlich.

Samstag, 5. September 2009

Wahlstimme zu Höchstgebot ab zu geben ..

Heute geht es mal nicht um die Wirtschaft, sondern - aus gegebenem Anlass - um Politik.

Dass bald Bundestagswahlen sind, sieht man derzeit vorallem an den vielen bunten Schildern dies- und längsseits der Straßen.

Es ist immer wieder verwirrend für mich, dass es da wirklich in jeder Partei Menschen gibt, die denken - (denken alleine scheint eine Satire im Bezug auf einzelnde handelnde Personen zu sein!)
ich würde mich in meiner politischen Meinung von Slogans auf Presspappe beeinflussen lassen.
Aber ist ja auch egal, das Geld bekommen die Parteien ja vom Steuerzahler.

In Zeiten des Internets können die vermeintlich simplen Slogans der großen Bürgerparteien jedoch empfindlich nach hinten los gehen, unterhaltsam als Vorlage für Satire sind die Wahlplakate dann also wenigstens für den Teil der Bürger, die sich den Humor haben noch nicht verpfänden lassen müssen. Wobei, ich muss gerade mal überlegen, ist das hier Satire, oder ernst? Auch hier bin ich mir einfach nicht mehr sicher.

Aber kommen wir zum Thema.

Eigentlich ist Politik und Wirtschaft ja gar nicht mehr zu trennen.
Spätestens seit dem die "systemrelevanten" Banken nach erfolgreicher Verspekulation staatlich gestützt werden mussten, oder seit dem die Auto-Lobby erfolgreich alle Steuerzahler zu Autokäufern gemacht hat, ist Politik auch Wirtschaft.

Daher finde ich es nicht mehr verwerflich, an dieser Stelle "MEINE STIMME" zum Höchstpreis feil zu bieten. Also liebe Parteien, macht auf die schwarzen Kassen und sichert Euch meine Unterstützung.

Sollte es allerdings nicht mehr als der Hartz4 Tages-Satz werden, dann muss ich mir doch eine ernsthafte Alternative suchen.

Wie wäre es mit einer Partei, deren Politiker sich darauf verständigt haben,
daß sie in der Zukunft Ihre Entlohnung nicht mehr selbst bestimmen - sondern das Volk?
Oder wie wäre es mit einer Partei die es sich als Selbstverpflichtung auferlegt, keine Lobbyisten Kontakte in Wirtschaft und Interessensverbände zu pflegen?
Wie wäre es mit einer Partei, die es Ihren Politikern nicht erlaubt, gegen Honorar vor der örtlichen Tabakindustrie Reden zu halten.
Oder eine Partei, deren Politiker an Eides statt versichern, nach der Karriere als Minister nicht in die Wirtschaft zu gehen?

Gibts nicht?
Wird es nie geben?


Schade.


Dann mal her mit den Geboten für meine Stimme!

Dienstag, 1. September 2009

Unterm Strich, zähl' ich.

Ja, dann auch mal vielen Dank liebe Postbank für diesen tollen Slogan.

Schöne Musik, tolle Bilder und dann dieser
herrlich simple Slogan: "Unterm Strich, zähl ich."

Was soll man daraus lernen?
Das der Egoismus unsere Probleme löst, oder das man mit Geld, doch Geld verdienen kann?

Sorry, aber bei so etwas kommt mir die Galle hoch.

Ich kann mir gut vorstellen wie die zuständigen Vorstände der Bank im Meeting mit den scheinbar Kreativen der Werbeagentur zusammen saßen und sich bei der Vorführung derart in der eigenen
Lebensmoral bestätigt sahen, daß es nur ein "go" für diese tolle Kampagne geben konnte.

Party fällt aus.

Tja Folks, es tut mir leid,
aber es scheint nichts aus der Party im Bundeskanzleramt zu werden.

Bis heute keine Antwort.

Schade.